Das große Blau

„La Grande Bleue“, was für ein schöner, bildmächtiger Name, den die Franzosen für das Meer gewählt haben. Das Meer! Ich vermisse es jeden Tag!

Da ich an der Ostsee geboren und in Lübeck aufgewachsen bin, ist meine Liebe zum Meer besonders groß. Auch der Name, den ich 2005 für meine allererste Ausstellung (im Kunstkaufhaus Regensburg) wählte, zeugt davon: „Blinkfüer“ ist das plattdeutsche Wort für Leuchtturm.

Linoldruck auf Büttenpapier

Das schöne große Fenster meiner Werkstattgalerie zeigt nach Süden und lässt sich nicht abdunkeln. Dies wurde in der vergangenen Woche zum Problem, da mein Atelier sich so aufheizte, dass sogar die Druckfarbe auf dem Farbteller ganz zäh wurde und viel zu schnell antrocknete.

So habe ich jeden Tag schon gegen 15 Uhr hitzefrei gemacht und bin, unter Vermeidung größerer Plätze ohne Schatten, nach Hause in die abgedunkelte Wohnung gegangen. Meine Sehnsucht nach dem Norden, nach der Ostsee war also in den letzten Tagen besonders groß.

Auszug aus einem Ringelnatz Gedicht. Handsatz aus der Bodoni (die Seepferdchen schwimmen übrigens im Pool unserer „Schwimmabteilung“ auf der Jahninsel).

Ab morgen soll es hier deutlich kühler werden und regnen. Was für eine Wohltat für die Pflanzen, die Tiere und uns Menschen!

Kollege Schultze – schön im Badeanzug – und ich schicken euch Grüße! Kommt alle gut durch die Hitze und genießt den (hoffentlich arbeitsfreien) Tag.

Linoldruck, koloriert

Mittsommer

„Und über uns im schönen Sommerhimmel
War eine Wolke, die ich lange sah
Sie war sehr weiß und ungeheur oben
Und als ich aufsah, war sie nimmer da.“ Bertolt Brecht

Heute ist Sommersonnenwende, der längste Tag des Jahres also, und – wie auch anders – dreht sich hier alles um diesen lachenden Stern des Tages.

Typografik auf historischer Landkarte

Das leuchtende Sonnenmotiv gehört zu meinen liebsten und findet sich auf vielen meiner Handdrucke und Collagen. Oft in Orange oder Indisch Gelb gehalten, vermittelt es eine freudig positive, energiegeladene Grundstimmung auf meinen Druckgrafiken.

„Haferzweige“, Linol- & Handpressendruck, Collage, Stickerei

Rund, rund, rund ist alles, was ich mag! Kreisformen sprechen mich sehr an und ich verwende sie gern und häufig. Ein größerer Punkt oder eben ein farbiger Kreis sind mittlerweile zu meiner Signatur geworden.

Handpressen- & Linoldruck

„St. Peter“, Handpressen- & Linoldruck

Neben den großen Typografiken und Linoldrucken findet ihr bei mir aber auch Sonne to go🔻

Kunstkarte, Handpressendruck

Genießt den Sonntag, das schöne helle Licht (auch wenn sich jetzt gerne mal wieder Regenwolken am Himmel zeigen dürfen), die langen Sommertage, Schwimmvergnügen im Meer, im Fluss oder Freibad, und, auf gar keinen Fall zu vergessen, die wunderbar knackig saftigen Kirschen! Ich kann es kaum glauben, dass die Tage ab morgen schon wieder kürzer werden, gefühlt hat sich der griesgrämige Winter in seinem langen grauen Eismantel doch gerade eben erst zur Ruhe begeben…

Gefischtes

Freitags gibt’s ja bekanntlich Fisch:

Die Fotos erzählen vom Entstehungsprozess meiner Linoldrucke. Von der Zeichnung über das Schneiden der Druckplatte bis hin zum fertigen Handdruck. Nach dem Übertragen meiner Zeichnung mittels Blaupapier auf die Linol- oder Holzplatte, wird das Motiv mit sehr scharfen Linolmessern, Vorsicht und großer Konzentration in die Platte geschnitten.

An der Wellenplatte zum Beispiel habe ich 5 Stunden lang gearbeitet… Ein falscher Schnitt, und die Platte ist hin! Sind die Druckplatten nach geraumer Zeit endlich fertig, geht’s ans Mischen der Farbe. Bei den Wellen entscheide ich mich meist für ein besonderes Effektdruckverfahren, den Irisdruck. Hierfür werden verschiedene Farben nebeneinander auf den Farbstein gegeben und dann mit der Handwalze von oben nach unten verrieben. Dadurch entsteht ein Farbverlauf, der bei jedem Druck anders ausfällt und somit jedes Blatt zu einem Unikat macht. Mit der Handwalze wird dann die Druckplatte eingefärbt und Japanpapier aufgelegt, welches mit einem speziellen Glasanreiber mit gleichmäßigem Druck und vorsichtigen Kreisbewegungen auf das Motiv gerieben wird. Ein langer Weg also, bis zum fertigen Handdruck. Slow printing kann man es mit Fug und Recht nennen.

Dieser Prozess wurde auch vom BR in einem Portrait über mich schön eingefangen ➡️ „Die Handdruckerin Susanne Kauth“

„Langes Fädchen…

…faules Mädchen“ sagte meine Mutter immer, weil ich Nähen und generell Handarbeiten wie Stricken und Sticken so gar nicht mochte. Heute allerdings umgarne ich meine Typografiken und Linoldrucke immer mal wieder gerne, so wie hier meine Haferzweige. Das Sticken wird für mich so zu einer Form des Zeichnens mit Nadel und Faden.Entstanden ist eine Collage aus meinem Linoldruck und japanischem, handgeschöpftem und von Hand bedrucktem Katazome Papier (hier mit Schriftzeichen aus der Edo Periode). Ich habe einzelne Zweige mit Stickstichen verlängert, so dass der Bildausschnitt bei dieser Arbeit deutlich größer ist als bei den vorherigen Rahmungen. Das Sticken ermöglicht mir hier also eine schöne Möglichkeit der Variation.

Gerahmt mit Passepartout

Zum Vergleich hier nochmal der kleinere Bildausschnitt:

„Haferzweige“, Linoldruck 2026

Eine Neuauflage meiner „Ich will“ Karte ist auch entstanden. Diesmal in anderen Farben: Calamity Jane prangt hier in Petrol auf dem Büttenpapier und der kleine, spielerisch hingeworfene Dreizeiler leuchtet in orange. Dieses historische Druckklischee brachte mein Sohn mir vor Jahren aus den USA mit und lange Zeit wusste ich nicht so recht, was ich damit anfangen soll, bis mir diese drei Zeilen einfielen. Jetzt passt’s.

Und gestern hatte ich dann noch zwei sehr nette Besucherinnen aus Münster und Stuttgart, die mir eine vor dem Müll gerettete alte Schullandkarte mitbrachten,“weil da ein Leuchtturm drauf ist“. Wie lieb ist das denn! Bin gerührt!

Tag der Druckkunst

Zahlreiche Interessierte kamen gestern zum „Tag der Druckkunst“ in die Werkstattgalerie. Etwa 80 bis 100 Besucher*innen informierten sich voller Interesse über die verschiedenen Drucktechniken und wer wollte, konnte selbst Hand anlegen. Zum ersten Mal hatte ich drei Gäste eingeladen (sonst immer nur einen) und ich war etwas nervös, ob es oben in der Werkstatt nicht zu eng oder zu laut wird (es war schließlich eine Premiere in meinen neuen Räumen). Aber es klappte ganz wunderbar und alle waren zufrieden (und wir vier Ausstellenden am Abend dann auch ganz schön platt).

Hein Schmid übertrug sein Photo einer „Gemeinen Stubenfliege“ in einen Linolschnitt.

Stefan Alt stellte den Pflanzen- und Tetrapackdruck vor.

Von Besucher*innen gedruckte Blätter

Ich habe den Handpressendruck an meinem 150 Jahre alten Boston Tiegel erläutert und vorgeführt. Besucher*innen konnten selbst ein Lesezeichen oder eine Karte drucken. Richard Schleich, der extra aus München angereist war, demonstrierte den japanischen „Gyotaku“, den Fischdruck: Vor etwa 200 Jahren entwickelten Fischer diese Drucktechnik um ungewöhnlichen Fang zu dokumentieren. Es bedarf einiger Vorbereitungen des „Druckstocks“ bevor dann mit sehr viel Fingerspitzengefühl vom echten Fisch gedruckt wird.

Hier seht ihr meinen zweiten Gyotaku. Bin ein bisschen stolz, auch wenn da noch viel Luft nach oben ist. Aber, learning by doing und Erfahrungswerte (etwa bei der Papierwahl, der Konsistenz der angemischten Farbe, der Menge des Farbauftrags oder auch bei der Kolorierung) werden sich dann mit der Zeit einstellen.Die Vorbereitungen des Fisches kosten mich doch einige Überwindung, aber ich werde trotzdem dranbleiben, da die Technik einfach zu spannend ist!

Und heute mache ich einfach mal nichts. Kein Drucken, keine Werkstatt, kein Reden, rein gar nichts! Und das mit voller Hingabe! Genießt den Sonntag ihr Lieben.

Monochrome Welt?

Draussen verschwimmen die Konturen in Grauschattierungen und die Welt scheint sich in Nebel aufzulösen.

Auch wenn dies einen gewissen Charme hat, so sehne ich mich doch nach mehr Farbe. Darum ist vor zwei Wochen eine großer, fast zwei Meter langer Magnolienast in meine Werkstattgalerie eingezogen. Zunächst voller noch gänzlich geschlossener Knospen, gleicht er mittlerweile einer rosa Wolke und ich habe die größte Freude an seinen wunderschönen Blütensternen!

Gestern flutete dann noch Lailas bunte, fröhliche Geburtstagsgesellschaft den Laden und für einen flüchtigen Moment waren meine Räume erfüllt von Gewusel, Gelächter, Neugier und vielen Fragen. Schön war das und ihre gute Laune war wunderbar ansteckend.

Eine kleine Druckneuigkeit gibt es auch: Mein Fischlein und meine Zitronen habe ich jeweils um eine Netzstruktur ergänzt. Diese Spielerei hat mir richtig Spaß gemacht!

„Fischlein aus dem Netz“, Linoldruck Blinkfüer, 2026

„Zitrone im Netz“, Linoldruck Blinkfüer, 2026

Guten Morgen!

So langsam füllt sich meine Werkstattgalerie wieder. Einen meiner absoluten Lieblinge habe ich neu aufgelegt: Mein Hering und sein kleiner Fischer sind wieder zu haben. Für diesen Linolschnitt benutze ich ein spezielles Effektdruckverfahren, den Irisdruck (oder auch Regenbogendruck). Hierfür gebe ich verschiedene Blautöne, Grün und einen Hauch Orange nebeneinander auf den Farbstein und verreibe die Farben von oben nach unten mit der Handwalze, bis sich ein schöner Farbverlauf ergibt. Auf jedem Blatt changiert der Hering nun in verschiedenen Nuancen und jeder Druck wird so zum Unikat.An meinem jüngsten Linolschnitt, den filigranen Haferzweigen, schneide ich immer noch nach jedem Einfärben Teile aus der Platte heraus, die nicht mitdrucken sollen. Eine Herausforderung, vor allem, weil bei diesen zarten Linien ein falscher Schnitt zum Ruin führen kann!Bevor nun das Leitmotiv in schwarz gedruckt wird, drucke ich die große neonorangene Sonne. Orange ist eine meiner Lieblingsfarben (habt ihr wahrscheinlich schon bemerkt), so leuchtend und energiegeladen! Ist die erste Farbe getrocknet, wird die zweite gedruckt. Und, tadaaa, es sind drei schöne, randscharfe Drucke gelungen.

„Haferzweige“
Linoldruck, Blinkfüer 2026

Und auch der kleine, ungewöhnliche alte Holzkoffer, der ursprünglich einer Nonne gehörte und in den alles reinpassen musste, was sie mit ins Kloster nehmen wollte, füllt sich peu à peu wieder mit Briefmappen.Kommt also gerne rum und schaut euch alles selbst an (Achtung, noch gelten meine Winteröffnungszeiten von Donnerstag bis Samstag). Habt einen schönen, faulen Sonntag!

Schönes am Wegesrand

Letztes Jahr habe ich im Vorübergehen an einem Feldrand ein Photo von Haferzweigen gemacht und jetzt bin ich dazu gekommen, es in einen Linolschnitt umzusetzen. Dass ich in den Wintermonaten den Mittwoch ganz in Ruhe und konzentriert in meiner Werkstatt arbeiten kann, tut richtig gut. Für die vielen zarten Linien und Details musste ich mich beim Schneiden sehr konzentrieren, um die Platte nicht durch einen falsch gesetzten Schnitt zu ruinieren. Gestern habe ich dann einen ersten Andruck gemacht:Der Druck gefällt mir schon sehr gut. Er erinnert mich an einen Scherenschnitt. Nächste Woche werde ich die fast quadratische Platte (19,5 x 20cm) aber noch etwas „säubern“.  Später wird das Bild dann im Passepartout und gerahmt die blaue Wand meiner Galerie zieren.

Die schöne Fahrradfahrerin aus den 1920er Jahren radelt jetzt auf einem DIN A4 Büttenbogen. Zehn dieser schönen Blätter inklusive großer orangener Kuverts gehören zu einer handgearbeiteten Briefmappe.

Auch DIN A5 Briefmappen sind wieder da, die zeige ich euch nächste Woche. Erinnert ihr euch an die Liegestuhl Karte? Gestern kam mir spontan die Idee, sie noch um ein weiteres Element zu ergänzen… Ach, Sommer!!

Auf ein Neues!

Meine ersten Arbeiten in der neuen Werkstatt sind getan: Als erstes ist ein collagierter, zweifarbiger Linoldruck entstanden. Den Hintergrund bildet eine Seite aus einem alten Zoologiebuch.

Ich arbeite sehr sehr gerne an meinem neuen Arbeitsplatz und beobachte dabei immer mal wieder die grünbewachsene alte Mauer vor meinem Fenster, dort gibt es nämlich jeden Tag das reinste Spatzentheater!Dann habe ich den ersten Schwung Tages- & Wochenkalender frisch bedruckt. Schnell sein lohnt sich hier, die Kalender sind sehr beliebt. Und der wunderbare Buchkinder Wandkalender ist auch schon zu haben. Ich freue mich jedes Jahr auf ihn! Auch die von mir heiß geliebten handgearbeiteten Modautaler LederSchachteln von Guido Egert haben wieder ihren festen Platz in meiner Werkstattgalerie gefunden (die Plakatklettern, die vorher in diesem Setzkasten lagen, sind eine Etage tiefer gezogen).Genießt den schönen, schon herbstlich anmutenden Sonntag, ich gehe derweil in meinen alten Laden zum Streichen… Am 29.9. ist die Übergabe.

Vorfreude

Seit Tagen gehe ich fast täglich an meiner neuen Werkstattgalerie vorbei um nachzusehen, wie der Stand der Renovierungsarbeiten so ist. Bei diesen kleinen Spaziergängen entdecke ich immer neue Details. So z.B. habe ich jetzt gesehen, dass man, vom Haidplatz kommend, die Domtürme über der Passage sehen kann (ok, ein großes Detail, ich geb’s zu).

Am anderen Ende des Durchgangs, Richtung Untere Bachgasse, zieht ein Schwalbenpaar seine vier Kleinen groß und begrüßt mich jedes Mal mit aufgeregtem Geschimpfe und waghalsigen Flugmanövern.
Diese Woche waren die Maler in den neuen Räumlichkeiten und ich durfte kurz rein, um vom oberen Bereich ein kleines Video zu machen – einen Oskar gewinne ich damit nicht, aber man bekommt einen Eindruck des Raums. Hier werde ich meine Werkstatt einrichten, darauf freue ich mich schon richtig! Ach, bis August ist’s doch noch ganz schön lang…  Die Maler habe ich sehr darum gebeten, die schönen Feldsteine nicht zu überstreichen. Ich hoffe mal, meine Bitte wird erhört, zumal sich im unteren Raum auch mittelalterliche Feldsteine befinden. Diese großen Steine bilden ein so schönes Detail und tragen erheblich zur Atmosphäre der Räume bei.