Richtungswechsel

Weder vorwärts, noch rückwärts sondern eben Glückwärts gehen! Zwei dieser „Glückwärts“ Typografiken habe ich zur Zeit in der Galerie. An diesen beiden ist gut zu sehen, dass es sich hier jeweils um Unikate handelt: Ich mische die Farben an, drucke manchmal die Umlautpunkte, manchmal ersetze ich sie aber auch durch ein E und jeder Druck hat eine andere historische Land- oder Seekarte als Untergrund (hier sind es die Nordsee und Australien). Gerahmt im freigestellten Passepartout messen die Bilder 50 x 60cm (und sie zu verschicken ist mir leider zu riskant).

Ansonsten ist mir gerade so nach Liegestuhl, was sich von meinen Kunstkarten deutlich ablesen lässt…

Einen besonders schönen Frühlingssommersonnentag wünsche ich euch. Legt mal die Beine hoch!

Gefischtes

Freitags gibt’s ja bekanntlich Fisch:

Die Fotos erzählen vom Entstehungsprozess meiner Linoldrucke. Von der Zeichnung über das Schneiden der Druckplatte bis hin zum fertigen Handdruck. Nach dem Übertragen meiner Zeichnung mittels Blaupapier auf die Linol- oder Holzplatte, wird das Motiv mit sehr scharfen Linolmessern, Vorsicht und großer Konzentration in die Platte geschnitten.

An der Wellenplatte zum Beispiel habe ich 5 Stunden lang gearbeitet… Ein falscher Schnitt, und die Platte ist hin! Sind die Druckplatten nach geraumer Zeit endlich fertig, geht’s ans Mischen der Farbe. Bei den Wellen entscheide ich mich meist für ein besonderes Effektdruckverfahren, den Irisdruck. Hierfür werden verschiedene Farben nebeneinander auf den Farbstein gegeben und dann mit der Handwalze von oben nach unten verrieben. Dadurch entsteht ein Farbverlauf, der bei jedem Druck anders ausfällt und somit jedes Blatt zu einem Unikat macht. Mit der Handwalze wird dann die Druckplatte eingefärbt und Japanpapier aufgelegt, welches mit einem speziellen Glasanreiber mit gleichmäßigem Druck und vorsichtigen Kreisbewegungen auf das Motiv gerieben wird. Ein langer Weg also, bis zum fertigen Handdruck. Slow printing kann man es mit Fug und Recht nennen.

Dieser Prozess wurde auch vom BR in einem Portrait über mich schön eingefangen ➡️ „Die Handdruckerin Susanne Kauth“

„Langes Fädchen…

…faules Mädchen“ sagte meine Mutter immer, weil ich Nähen und generell Handarbeiten wie Stricken und Sticken so gar nicht mochte. Heute allerdings umgarne ich meine Typografiken und Linoldrucke immer mal wieder gerne, so wie hier meine Haferzweige. Das Sticken wird für mich so zu einer Form des Zeichnens mit Nadel und Faden.Entstanden ist eine Collage aus meinem Linoldruck und japanischem, handgeschöpftem und von Hand bedrucktem Katazome Papier (hier mit Schriftzeichen aus der Edo Periode). Ich habe einzelne Zweige mit Stickstichen verlängert, so dass der Bildausschnitt bei dieser Arbeit deutlich größer ist als bei den vorherigen Rahmungen. Das Sticken ermöglicht mir hier also eine schöne Möglichkeit der Variation.

Gerahmt mit Passepartout

Zum Vergleich hier nochmal der kleinere Bildausschnitt:

„Haferzweige“, Linoldruck 2026

Eine Neuauflage meiner „Ich will“ Karte ist auch entstanden. Diesmal in anderen Farben: Calamity Jane prangt hier in Petrol auf dem Büttenpapier und der kleine, spielerisch hingeworfene Dreizeiler leuchtet in orange. Dieses historische Druckklischee brachte mein Sohn mir vor Jahren aus den USA mit und lange Zeit wusste ich nicht so recht, was ich damit anfangen soll, bis mir diese drei Zeilen einfielen. Jetzt passt’s.

Und gestern hatte ich dann noch zwei sehr nette Besucherinnen aus Münster und Stuttgart, die mir eine vor dem Müll gerettete alte Schullandkarte mitbrachten,“weil da ein Leuchtturm drauf ist“. Wie lieb ist das denn! Bin gerührt!

Guten Morgen!

So langsam füllt sich meine Werkstattgalerie wieder. Einen meiner absoluten Lieblinge habe ich neu aufgelegt: Mein Hering und sein kleiner Fischer sind wieder zu haben. Für diesen Linolschnitt benutze ich ein spezielles Effektdruckverfahren, den Irisdruck (oder auch Regenbogendruck). Hierfür gebe ich verschiedene Blautöne, Grün und einen Hauch Orange nebeneinander auf den Farbstein und verreibe die Farben von oben nach unten mit der Handwalze, bis sich ein schöner Farbverlauf ergibt. Auf jedem Blatt changiert der Hering nun in verschiedenen Nuancen und jeder Druck wird so zum Unikat.An meinem jüngsten Linolschnitt, den filigranen Haferzweigen, schneide ich immer noch nach jedem Einfärben Teile aus der Platte heraus, die nicht mitdrucken sollen. Eine Herausforderung, vor allem, weil bei diesen zarten Linien ein falscher Schnitt zum Ruin führen kann!Bevor nun das Leitmotiv in schwarz gedruckt wird, drucke ich die große neonorangene Sonne. Orange ist eine meiner Lieblingsfarben (habt ihr wahrscheinlich schon bemerkt), so leuchtend und energiegeladen! Ist die erste Farbe getrocknet, wird die zweite gedruckt. Und, tadaaa, es sind drei schöne, randscharfe Drucke gelungen.

„Haferzweige“
Linoldruck, Blinkfüer 2026

Und auch der kleine, ungewöhnliche alte Holzkoffer, der ursprünglich einer Nonne gehörte und in den alles reinpassen musste, was sie mit ins Kloster nehmen wollte, füllt sich peu à peu wieder mit Briefmappen.Kommt also gerne rum und schaut euch alles selbst an (Achtung, noch gelten meine Winteröffnungszeiten von Donnerstag bis Samstag). Habt einen schönen, faulen Sonntag!

Schönes am Wegesrand

Letztes Jahr habe ich im Vorübergehen an einem Feldrand ein Photo von Haferzweigen gemacht und jetzt bin ich dazu gekommen, es in einen Linolschnitt umzusetzen. Dass ich in den Wintermonaten den Mittwoch ganz in Ruhe und konzentriert in meiner Werkstatt arbeiten kann, tut richtig gut. Für die vielen zarten Linien und Details musste ich mich beim Schneiden sehr konzentrieren, um die Platte nicht durch einen falsch gesetzten Schnitt zu ruinieren. Gestern habe ich dann einen ersten Andruck gemacht:Der Druck gefällt mir schon sehr gut. Er erinnert mich an einen Scherenschnitt. Nächste Woche werde ich die fast quadratische Platte (19,5 x 20cm) aber noch etwas „säubern“.  Später wird das Bild dann im Passepartout und gerahmt die blaue Wand meiner Galerie zieren.

Die schöne Fahrradfahrerin aus den 1920er Jahren radelt jetzt auf einem DIN A4 Büttenbogen. Zehn dieser schönen Blätter inklusive großer orangener Kuverts gehören zu einer handgearbeiteten Briefmappe.

Auch DIN A5 Briefmappen sind wieder da, die zeige ich euch nächste Woche. Erinnert ihr euch an die Liegestuhl Karte? Gestern kam mir spontan die Idee, sie noch um ein weiteres Element zu ergänzen… Ach, Sommer!!

Auf ein Neues!

Meine ersten Arbeiten in der neuen Werkstatt sind getan: Als erstes ist ein collagierter, zweifarbiger Linoldruck entstanden. Den Hintergrund bildet eine Seite aus einem alten Zoologiebuch.

Ich arbeite sehr sehr gerne an meinem neuen Arbeitsplatz und beobachte dabei immer mal wieder die grünbewachsene alte Mauer vor meinem Fenster, dort gibt es nämlich jeden Tag das reinste Spatzentheater!Dann habe ich den ersten Schwung Tages- & Wochenkalender frisch bedruckt. Schnell sein lohnt sich hier, die Kalender sind sehr beliebt. Und der wunderbare Buchkinder Wandkalender ist auch schon zu haben. Ich freue mich jedes Jahr auf ihn! Auch die von mir heiß geliebten handgearbeiteten Modautaler LederSchachteln von Guido Egert haben wieder ihren festen Platz in meiner Werkstattgalerie gefunden (die Plakatklettern, die vorher in diesem Setzkasten lagen, sind eine Etage tiefer gezogen).Genießt den schönen, schon herbstlich anmutenden Sonntag, ich gehe derweil in meinen alten Laden zum Streichen… Am 29.9. ist die Übergabe.

Menschsein

Diese wunderschöne historische Weltkarte wollte unbedingt bedruckt werden. Und da das Menschsein weltumspannend ist – oder auf jeden Fall sein sollte – bot sich diese Aufforderung an. Das „j“ von „Sej“ hob sich farblich nur schwach vom Hintergrund ab. Da ich bei dieser Typografik aber nur eine Farbe verwenden wollte, habe ich die Buchstaben mit einem türkisfarbenen Faden umnäht, um sie stärker hervorzuheben. Und damit das Gleichgewicht gewahrt bleibt, hat der große Punkt unten rechts ebenfalls eine Naht bekommen. Mit der Nadel musste ich sehr vorsichtig umgehen, da das alte Papier recht fragil ist.

Ein schönes Detail dieser Weltkarte könnt ihr auf dem rechten Foto entdecken: Da gibt es die „nördliche Menschengrenze“. Bisher kannte ich nur die Baumgrenze in den Bergen.
Gerahmt im freigestellten Passepartout misst die Typografik 60x50cm. Unikat.

50/50

Gar nicht so einfach, alles unter einen Hut zu bekommen! Ich versuche grade, meine Zeit in der Werkstatt zu möglichst gleichen Teilen aufzuteilen: Zum einen gibt es für den bevorstehenden Umzug viel, sehr viel vorzubereiten, zum anderen gilt es, den Betrieb am jetzigen Standort so lange wie möglich reibungslos am Laufen zu halten. So zum Beispiel habe ich diese Woche im Hinterhof meines „noch-Ladens“ ein zweites Ladenschild grundiert und lackiert. Es soll in der Unteren Bachgasse 6 über dem Bogen zur Passage angebracht werden (das andere Schild wird dann direkt über meiner neuen Werkstattgalerie hängen).Dann konnte ich mit Glück ein weiteres antikes Kuchenbrett ergattern und habe es mit meiner Lieblingszeile aus dem Gedicht „Morgenwonne“ von Joachim Ringelnatz bedruckt. Auf diesen großen runden Holzbrettern wurden unter anderem Hochzeitstorten serviert (ø 65cm).

Sonne für euch 🟠

Jetzt ist die Typografik „Aufwachen Atmen Anfangen“ gedruckt (mit intakten Sonnen) und hängt an der Trockenleiste in der Werkstatt, wo – mittlerweile fast täglich – die Abendsonne vorbeischaut und mir für ein Weilchen Gesellschaft leistet.Und frischen Fisch gibt’s auch! Den blauen, mundgeblasenen Anreiber (auch Printfrog genannt) habe ich aus England mitgebracht und er liegt ganz wunderbar schwer in der Hand. Beim Linoldrucken freu ich mich jedesmal aufs Neue über ihn!