Willkommen, bienvenue, welcome!

Schon seit der Eröffnung meiner Werkstattgalerie Anfang 2010 stelle ich neben meinen eigenen Arbeiten auch die von befreundeten KünstlerInnen aus. Heute möchte ich euch gerne sechs KünstlerInnen vorstellen, die mich schon lange begleiten.

Auch wenn wir uns schon seit 2017 kennen, haben wir uns tatsächlich „in Echt“ noch immer nicht getroffen, die Heidelberger Künstlerin und Schmuckgestalterin Silke Prottung und ich, aber wir telefonieren häufig, schreiben einander und stellen gegenseitig unsere Arbeiten aus. Ich liebe ihre verträumten, zarten Radierungen sehr und irgendwann, möglichst ganz bald, treffen wir uns auf einen Kaffee und einen ausgiebigen Ratsch von Angesicht zu Angesicht. Darauf freue ich mich schon jetzt!

Auch der Leipziger Künstler Peter Padubrin-Thomys und ich haben uns in persona noch nie getroffen, fühlen uns aber durchaus nah und verbunden. Auf seine wunderbaren, federleichten Zeichnungen und Druckgrafiken wurde ich durch die spiegelverkehrt geschriebenen Sentenzen aufmerksam, die auf den meisten seiner Blätter zu finden sind. Seit 2019 haben seine Arbeiten einen festen Platz bei mir und – seid gewarnt – sie haben Suchtpotential, ich habe schon so einige von ihnen.

2022 stand der Regensburger Zeichner und Insektograf Hein Schmid in meiner Werkstattgalerie und zeigte mir seine beeindruckenden, naturalistischen Zeichnungen mit der Frage, ob ich sie nicht ausstellen möchte. Ich wollte und will bis heute. Seitdem sind seine akademischen Zeichnungen aus dem Blinkfüer nicht mehr wegzudenken. Auch beim jährlichen „Tag der Druckkunst“ im März ist Hein ein regelmäßiger Gast in meinem Handdruckatelier.

Im März 2023 lernte ich den Hamburger Künstler Martin Graf kennen. Wir stellten beide auf der BuchDruckKunst Messe im Hamburger Museum der Arbeit aus und er bot mir seine zauberhaften Bastelbögen an. Mittlerweile haben sich auch seine Druckgrafiken und humorvollen Bücher hinzugesellt. Seine Arbeiten sind bei euch – und natürlich auch bei mir – enorm beliebt.

Die ungewöhnlichen und wunderschönen, aus Rindsleder in zwei Stücken ohne Nähte gearbeiteten Modautaler Schachteln von Guido Egert mag ich ganz besonders gerne. Ich besitze selbst zwei dieser handgearbeiteten, mit einer Pflanzenprägung versehenen und mit Bienenwachs veredelten Etuis. Sie begleiten mich auf jede Reise und bieten meinen Schmuckstücken und kleinen, am Strand entdeckten Fundstücken eine sichere Behausung und seit 2023 gehören sie auch zum Blinkfüer.Von Anfang an dabei sind die Briefmarkenbilder des Erdinger Künstlers Peter Fütterer. Diese ungewöhnlichen, zauberhaften Kleinode sind durch Briefmarken inspirierte Aquarelle, meist in der Größe DIN A6. Peter greift das durch die Briefmarken vorgegebene Motiv auf und setzt es mit künstlerischen Mitteln phantasievoll fort. Besonders gut gefallen mir seine Wespennestbilder: Hierfür präpariert er einzelne Schichten eines Wespennests heraus und ergänzt dieses hauchfeine, papierene Gewebe, das farblich und von seiner Struktur her an einen Fels erinnert, dann um ein Aquarell. Jeden einzelnen meiner Gäste habe ich liebend gerne in meiner Werkstattgalerie, keinen möchte ich missen und über die seit vielen Jahren bestehende vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit freue ich mich sehr!

Schönes am Wegesrand

Letztes Jahr habe ich im Vorübergehen an einem Feldrand ein Photo von Haferzweigen gemacht und jetzt bin ich dazu gekommen, es in einen Linolschnitt umzusetzen. Dass ich in den Wintermonaten den Mittwoch ganz in Ruhe und konzentriert in meiner Werkstatt arbeiten kann, tut richtig gut. Für die vielen zarten Linien und Details musste ich mich beim Schneiden sehr konzentrieren, um die Platte nicht durch einen falsch gesetzten Schnitt zu ruinieren. Gestern habe ich dann einen ersten Andruck gemacht:Der Druck gefällt mir schon sehr gut. Er erinnert mich an einen Scherenschnitt. Nächste Woche werde ich die fast quadratische Platte (19,5 x 20cm) aber noch etwas „säubern“.  Später wird das Bild dann im Passepartout und gerahmt die blaue Wand meiner Galerie zieren.

Die schöne Fahrradfahrerin aus den 1920er Jahren radelt jetzt auf einem DIN A4 Büttenbogen. Zehn dieser schönen Blätter inklusive großer orangener Kuverts gehören zu einer handgearbeiteten Briefmappe.

Auch DIN A5 Briefmappen sind wieder da, die zeige ich euch nächste Woche. Erinnert ihr euch an die Liegestuhl Karte? Gestern kam mir spontan die Idee, sie noch um ein weiteres Element zu ergänzen… Ach, Sommer!!

Kollege Schultze lässt grüßen und verkündet Winteröffnungszeiten

Wenn das Jahr noch ein junger Hüpfer ist und noch in der Wiege liegt, schaltet der Alltag einen Gang zurück. Dieses ruhige Dahinplätschern werde ich nutzen, um das Lager für meine Handdruckarbeiten wieder aufzufüllen. In den letzten trubeligen Monaten nach meinem Umzug ist es nun sehr ausgedünnt. Daher werde ich ab jetzt Winteröffnungszeiten haben: Der Mittwoch wird zum Werkstatttag erklärt und die Ladentür bleibt geschlossen. Öffnen werde ich nun Donnerstag und Freitag von 11 – 13 und von 14 – 18 Uhr. Am Samstag bin ich von 11 – 16 Uhr für euch da. Das ist alles mit Schultze besprochen und er hat meinen Plan abgesegnet (wahrscheinlich hofft er darauf, dass ich ihm nun endlich seinen Pool aufbaue).

Nachdem ich letzte Woche viel Briefpapier gedruckt habe……mache ich mich nun an die Linoldruckkarten. Ein neuer Linolschnitt ist auch in Arbeit.

Enorm winterliche Motive sind im Werden…

Beim Arbeiten werde ich von meinen Nachbarn genauestens beäugt… Eine Spatzen Großfamilie wohnt im Efeu an der alten Mauer gegenüber meines Fensters.

Am 19. Januar kommt Irena an, die Gastkünstlerin aus Zagreb, die ich während ihres Aufenthaltes in Regensburg begleiten werde. Ich bin schon ganz gespannt auf sie und ihre Arbeiten. Außerdem habe ich mich wieder für den  „Tag der Druckkunst“ am 14. März angemeldet. Und – zum ersten Mal – auch für die „Europäischen Tage des Kunsthandwerks“ vom 10. – 12. April. Also eigentlich ist es, trotz der ruhigen Jahreszeit, immer noch ganz schön trubelig.

staade Zeit

Die staade Zeit Anfang Januar genieße ich sehr! Nach dem Dezembertrubel gibt es jetzt Raum zum Innehalten und Durchschnaufen. So wichtig, um auf neue Ideen zu kommen und Kraft für das kommende Jahr zu sammeln.

Im letzten Monat konnte ich einige wunderschöne alte Buchdruckklischees erwerben, von denen zwei ganz besondere Schätze sind: Ein etwa 150 Jahre alter Heißluftballon aus England (wartet noch auf den ersten Andruck) und eine Fahrradfahrerin aus den 1920er Jahren. Es sind ungewöhnlich große Klischees und ich freue mich riesig über diese Neuzugänge!Die letzten Tage habe ich also Briefpapier für verschiedene Briefmappen gedruckt.

Der Liegestuhl wird noch um einen kurzen Text ergänzt. Das Klischee wurde wohl für Werbezwecke genutzt – der kleine Pfeil unten ist ein Hinweis darauf.

Ich bin so unglaublich dankbar und glücklich über meine wunderschöne neue Werkstatt, dass ich beim Drucken immer mal wieder Freudenhüpfer mache und eigentlich kann ich es immer noch kaum fassen, dass ich jetzt schon seit fast 6 Monaten hier „Zuhause“ bin!

Eine weitere Neuigkeit gibt es noch: Ich bin jetzt Kulturpatin des Regensburger Kulturamts. Seit September gibt es hier ein neues Format: Das RAiR – ein artist in residence Programm. KünstlerInnen aus Regensburger Partnerstädten können sich hier um einen ein- bis dreimonatigen Aufenthalt bewerben, um dann in Regensburg zu wohnen und zu arbeiten. Die für dieses Programm von der Stadt angemieteten Wohnungen sind wunderschön. Sie befinden sich in einer historischen Zinngießerei und sind zentral in der Altstadt gelegen. Ab Mitte Januar werde ich eine Künstlerin aus Zagreb begleiten, ihr Regensburg zeigen, mit ihr auf Vernissagen gehen und vielleicht sogar ein kleines gemeinsames Projekt entwickeln. Wer weiß, ich bin gespannt auf unseren Austausch!

Foto: Stefan Effenhauser, Stadt Regensburg