Am liebsten würde ich mich ganz in Ruhe in meiner neuen Werkstattgalerie einrichten, in deren schöne Details ich mich immer mehr verliebe.
Aber im alten Laden ist noch so viel zu tun! Es ist ein eigenartiges Gefühl, die Räume, die zehn Jahre lang so belebt waren, jetzt so leer zu sehen. 
Vor einigen Tagen haben wir meine über so viele Jahre sorgfältig ausgesuchten Kiesel an den Donaustrand zurückgebracht, an dem wir sie auch gesammelt hatten. Über Jahre hinweg habe ich sie als Gedenk- oder Poesiesteine mit Feder und Tusche kalligrafiert. 
Dieser Artikel ist von 2006. Die Donaukiesel habe ich für KundInnen auch mit ihren Wunschtexten beschrieben und insbesondere bei den Gedenksteinen haben viele von ihnen mir ihre ganz persönlichen – oft sehr traurigen – Geschichten anvertraut. Dieses mir entgegen gebrachte Vertrauen hat mich sehr berührt und ich fühlte mich geehrt. Irgendwann merkte ich aber, das ich beginne, mich mit den Donaukieseln, den handbedruckten Textilien und den Papierarbeiten zu verzetteln. Es gab soviel mehr zu tun als ich zeitlich schaffen konnte und daher entschloss ich mich schon vor einer ganzen Weile, den Textildruck aufzugeben. Nun lasse ich auch die Donaukiesel ziehen um mich ganz auf den Handpressen- und den Linoldruck zu konzentrieren (ab und an werde ich aber schon noch den einen oder anderen Kiesel beschreiben – dafür habe ich sie einfach zu gern und meine Lieblingssteine sind ja auch mit umgezogen). Es war ein bewegender Moment für mich, sie nach all den Jahren der Donau zurück zu geben.

Auch wenn noch nicht alles seinen Platz gefunden hat und diverse Bilderleisten und Lampen noch darauf warten, installiert zu werden, so fühle ich mich doch pudelwohl in meinen neuen Räumen und genieße die vielen Sonnenflecken. Ab September werde ich dann wieder zu meinen regulären Öffnungszeiten für euch da sein.

Ich wusste vorher nur von wenigen, die ihre Hilfe fest zugesagt hatten. Darunter mein Mann und unser Sohn Emil, der extra aus München kam – so wie meine Freundin Elke und meine ehemalige Schülerpraktikantin Marlene auch! Es waren dann insgesamt 12 HelferInnen, von denen ich drei vorher gar nicht kannte. Das hat mich unglaublich gerührt und ich bin enorm dankbar für soviel Hilfe und Zugewandtheit!

Morgen werden die Pressen umziehen und ich hoffe inständig, dass alles gut geht. Im September möchte ich dann öffnen und freue ich mich schon sehr auf euch.
Mein wunderbares großes Bullaugenfenster (80cm) ist nun von seiner hässlichen Sichtschutzfolie befreit und gibt den Blick frei auf das Orphée (eine Regensburger Institution).
Und eins der Fenster trägt jetzt mein Logo.
Alles ist in Bewegung und nächste Woche Sonntag, 10.8., ist der Umzug. Helfende Hände sind dann natürlich liebend gern gesehen.