Sonntagspost

Guten Morgen im November.

Heute nur eine kurze Sonntagspost: Ein kleines Video von meinem Lieblingsort, meinem Atelier oben auf der Galerie meines Blinkfüers. So aufgeräumt und ordentlich ist es hier üblicherweise natürlich nicht, daher das Video – zu Dokumentationszwecken sozusagen. Normalerweise herrscht hier nämlich das schönste kreative Chaos.

Ich bin, auch nach mittlerweile 15 Monaten, immer noch so sehr glücklich, dass ich genau hier entwerfen, schneiden und drucken darf. Manchmal hüpfe ich vor Freude zwischen meinen alten Pressen herum und klatsche in die Hände. TADAAA!

Bis über beide Ohren stecke ich nun – wie jedes Jahr um diese Zeit – in der Weihnachtskartendruckerei. Letzte Woche hatte ich euch ja einen Text für das neue Hirtenmotiv angekündigt. Et voilà, hier ist er:

Linoldrucke

Die drei dick eingemummelten kleinen Könige bekommen ihre Botschaft dann in der nächsten Woche.

Eines meiner Lieblingsmotive, das ich jedes Jahr aufs Neue drucke, möchte ich euch auch noch zeigen: Den Mistelkranz. Gedruckt auf mein Lieblingspapier, handgeschöpfte Zerkall Bütte. Leider sind der traditionsreichen Papierfabrik 2021 von der verheerenden Flut im Ahrtal die alten Maschinen zerstört worden, so dass dieses wunderbar feine Papier nicht mehr hergestellt wird. Zu meiner großen Freude jedoch konnte ich noch einige Restbestände aufkaufen.

Linolschnitt & -druck

Habt alle einen wunderbar faulen Sonntag! Ich war gestern Nacht mit Freunden im Kino. Wir haben einen Gruselfilm geschaut – wie sich das gehört für Halloween. Aber heute, heute ist heiliger Couchtag!

Ach ja, und die Kalender sind alle alle.

hands on

Die Tage vergehen jetzt wie im Flug und ich komme aus der Werkstatt kaum noch raus.

Zum Glück bekomme ich zwischendurch netten Besuch, wie etwa von dem Paar, das mir den ganzen Weg aus Köln eine wunderbare, große Seekarte mitgebracht hat. Wie lieb ist das denn!

Neu entstanden sind ein „Haferzweige“ Linoldruck, ein Dom und eine Handpressenkarte. Nächste Woche fange ich dann mit den Weihnachtskarten an. Es gibt also viel zu tun…

Zweifarbiger Linoldruck, appliziert auf handgeschöpftes Japanpapier. Mit Nadel und Faden habe ich einige der Zweige verlängert. Gerahmt 40×40 cm.

Hier dann der Regensburger Dom St. Peter, ganz grafisch in Schwarz.

Handpressen- & Linoldruck. Gerahmt 30×40 cm

Und zu guter Letzt: eine neue Kunstkarte. Den Hintergrund für diese schöne Jugendstilschrift bildet eine wie ein Aquarell anmutende Weltkarte.

Handpressen- & Linoldruck

Glück Ahoi

Da so viele von euch immer wieder nach der „Glückwärts“ Typografik fragen (und sie auch immer wieder ganz schnell aus meiner Galerie verschwunden ist), habe ich den Feiertag gestern dazu genutzt, gleich zwei neue zu setzen und zu drucken. An diesen beiden Arbeiten lässt sich gut erkennen, dass meine Kunstdrucke jeweils Unikate sind.

Gerahmt im freigestellten Passepartout messen die Bilder 50×60 cm.

Handpressen- & Linoldruck mit historischen Holzlettern auf antiker Landkarte (Bahamas und Jamaika).

Island und die Färöer Inseln

Dann sind noch weitere der wunderschönen DIN A5 Wochenkalender entstanden (A6 wurde leider immer noch nicht geliefert, kommt aber noch).

Wochenkalender A5

So langsam verfärbt sich der wilde Wein an der alten Mauer vor meinem Fenster rot und ich kann dieses Farbspiel nun schon zum zweiten Mal beobachten. Ach, ich bin immer noch ganz verliebt in meine neuen (nach mittlerweile 14 Monaten nicht mehr ganz sooo neuen) Räume!

Geliebtes Bullaugenfenster

Die Party fängt wieder an…

…was denn, jetzt schon? Nee, aber der kluge Mensch sorgt vor!

Der Buchkinder Wandkalender 2027 ist da und wie immer ist er ganz zauberhaft geworden (und außerdem sehr schnell vergriffen).

Und meine Tages- und Wochenplaner sind auch im Werden. Wie immer gibt es den kleinen Kalender mit 9×13 cm und einem Tag pro Seite und, dieses Jahr ganz neu, einen zweisprachigen (deutsch/englisch) Wochenplaner im Format 14×20 cm. Auf der linken Seite finden sich hier die Wochentage und rechts jeweils ein freies Blatt für Notizen oder Skizzen. So ließe sich dieser Kalender auch ganz wunderbar als Tagebuch oder Reisebegleiter verwenden. Am Buchrücken gibt’s jeweils eine Stiftlasche, innen befindet sich eine Zetteltasche und geschlossen werden die Bücher mit einem griffigen Rundgummi. Ich bin jedes Jahr aufs Neue verliebt in meine von Hand bedruckten Jahresbegleiter!

Da ich jetzt schonmal im Jahreswechselmodus bin, habe ich auch gleich eine Neujahrskarte gedruckt, die noch um die Jahreszahl ergänzt werden wird.

Historisches Galvano Klischee

Zum Glück dauert es noch ein bisschen bis zum Jahreswechsel und heute können wir erstmal noch schönstes Septemberwetter genießen! Habt allesamt einen feinen Sonntag!

Herbstliches Regensburg

Shmetterling – oder: Es lebe der Fehler!

Vor Kurzem habe ich diesen schönen, etwa 120 Jahre alten Holzschnitt eines Liegestuhls erstanden, welcher allerdings nie fertig geschnitten wurde.

Möglicherweise hat der Graveur bzw. der Formschneider den Schreibfehler, das fehlende C bei „Shmetterling“, erst relativ spät bemerkt und die Fertigstellung des Holzschnitts daraufhin abgebrochen. Genau diesen Fehler aber finde ich besonders charmant und habe mich daher dazu entschlossen, das überschüssige Holz selbst wegzuschneiden um dieses schöne kleine Motiv so druckfein zu machen.

Ein sehr mühsames und kniffliges Unterfangen allerdings, wie ich feststellen musste, denn ich brauchte einen ganzen Nachmittag, um diesen fein ausgearbeiteten Klappliegestuhl (daher wohl auch der Produktnamen „Schmetterling“) freizustellen. Der alte Proxxon meines Vaters hat mir dabei sehr gute Dienste geleistet!

Fehldrucke

Nach stundenlanger Schnitz- und Schleifarbeit, diversen Fehldrucken und piratesken Flüchen hatte ich es dann endlich geschafft. Jetzt muss ich mir noch einen passenden Text überlegen, der mir ziemlich sicher während meiner Sommerpause einfallen wird…

Sommerfrische und Liegestuhl erwarten mich nämlich vom 19.8. bis zum 10.9. und das Handdruckatelier bleibt derweil geschlossen. Euch wünsche ich einen erholsamen und genussvollen Spätsommer!

Sonne, Mond und Sterne

Diese Woche ist ein neuer Pierrot Kunstdruck mit der ermunternden Aufforderung der Dichterin Mascha Kaléko entstanden. Ich gebe zu, ein wenig verliebt bin ich schon in meinen eleganten „Sonne, Mond und Sterne Herrn“. Gedruck ist er auf handgeschöpftes Japanpapapier. Nach dem Trocknen habe ich ihn ausgeschnitten und auf eine Sternenkarte der nördlichen Hemisphäre appliziert. Dass seine Augenbrauen und vor allem auch seine Lippen so prominent wirken, liegt daran, das er als anständiger Weißclown natürlich ausdrucksstark geschminkt ist.

Auch dass mein Pierrot ein wenig aus dem Rahmen tanzt bzw. darüber hinausragt, gefällt mir sehr – ein bisschen eigensinnig, wie das eben so seine Art ist…

Das Besticken einzelner Elemente ist jedes Mal eine Herausforderung, da das Papier der historischen Karten häufig schon ein wenig mürbe und daher bruchanfällig ist.

Kunstdruck auf historischer Sternenkarte, bestickt. Gerahmt im Passepartout 40x50cm

Damit er sich nicht so einsam fühlt auf seiner Karte der „Horizontlehre“ (so ein wunderbares Wort), stelle ich ihm noch meine typografisch gedruckte Kunstkarte an die Seite.

Handpressendruck auf Büttenpapier

Und – recht selten bei mir – gibt es zum Pierrot Kunstdruck auch eine Handpressenkarte mit demselben Text. Von Hand gesetzt aus einer namenlosen Jugendstilbleischrift und mit meiner 150 Jahre alten Boston Tiegelpresse per Muskelkraft auf voluminöses Büttenpapier gedruckt.

Handpressen- & Linoldruck

Jetzt noch ein klitzekleiner Hüpfer rüber vom Pierrot hin zum Fisch: Mein Premieren Gyotaku (japanischer Fischdruck) vom hiesigen „Tag der Druckkunst“ im März ist nun endlich auch handkoloriert, auf Passepartout aufgezogen und gerahmt. Da im März noch Schonzeit für die heimischen Fische ist, gab es keine große Auswahl an fangfrischem Fisch, aber, auch wenn er vielleicht etwas klein ist, so mag ich ihn doch sehr!

Gyotaku, koloriert. Gerahmt im Passepartout 40x30cm

Federleicht

Die reinste Kinderstube ist der kleine Hof vor meiner Werkstattgalerie gerade: Überall hüpft, flattert und quietscht es. Die jungen Ästlinge haben ihre Nester im Efeu verlassen und üben jetzt das Fliegen… Sehr süß anzusehen, wie die kleinen Spatzen, Grünfinken und Schwälbchen sich so eifrig abmühen, es ihren Eltern gleichzutun, welche gänzlich mühelos – und manchmal auch sehr elegant (Schwalben) – durch den Luftraum segeln.

Ein bisschen schwer ist es also schon mit der Leichtigkeit… Aber die kleinen Hüpfer lassen sich nicht entmutigen und werden von Tag zu Tag gewandter bei ihren Flugmanövern.

Handdruck aus der Post Antiqua von Herbert Post, 1932

Die süßen Federfreunde – von denen sich übrigens einer kurzzeitig in meine Gallerie verflattert und die Korrex zu seinem neuen  Luftposten erklärt hatte – erinnerten mich daran, dass es mal wieder an der Zeit wäre, Luftpostgrüße zu drucken und so habe ich den Karton mit den Federn rausgesucht und mir schöne Worte einfallen lassen. Et voilà!

Über mein zauberhaftes Bullaugenfenster freue ich mich wirklich jeden Tag aufs Neue und kann absolut nicht begreifen, warum meine Vormieter diese Schönheit mit blickdichter Folie zugekleistert hatten. Versteh einer die Menschen…

Beim Bedrucken der Federn fiel mir einer meiner schönen Kunstdrucke wieder ein. Die ersten Zeilen des Gedichtes „Wenn ich eine Wolke wäre“ der wunderbaren Mascha Kaléko habe ich schon vor einiger Zeit auf eine alte Luftfahrtkarte gedruckt. Von dieser Typografik konnte ich mich einfach nicht trennen und so hängt sie nun bei uns zu Hause.

Handsatz aus einer namenlosen französischen Jugendstilschrift. Handdruck auf historischem aeronautical chart

Ein wenig Wolkenleichtigkeit könnten wir doch gerade alle ganz gut gebrauchen, oder? In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen Tag voller Leichtigkeit und Freude.

Das große Blau

„La Grande Bleue“, was für ein schöner, bildmächtiger Name, den die Franzosen für das Meer gewählt haben. Das Meer! Ich vermisse es jeden Tag!

Da ich an der Ostsee geboren und in Lübeck aufgewachsen bin, ist meine Liebe zum Meer besonders groß. Auch der Name, den ich 2005 für meine allererste Ausstellung (im Kunstkaufhaus Regensburg) wählte, zeugt davon: „Blinkfüer“ ist das plattdeutsche Wort für Leuchtturm.

Linoldruck auf Büttenpapier

Das schöne große Fenster meiner Werkstattgalerie zeigt nach Süden und lässt sich nicht abdunkeln. Dies wurde in der vergangenen Woche zum Problem, da mein Atelier sich so aufheizte, dass sogar die Druckfarbe auf dem Farbteller ganz zäh wurde und viel zu schnell antrocknete.

So habe ich jeden Tag schon gegen 15 Uhr hitzefrei gemacht und bin, unter Vermeidung größerer Plätze ohne Schatten, nach Hause in die abgedunkelte Wohnung gegangen. Meine Sehnsucht nach dem Norden, nach der Ostsee war also in den letzten Tagen besonders groß.

Auszug aus einem Ringelnatz Gedicht. Handsatz aus der Bodoni (die Seepferdchen schwimmen übrigens im Pool unserer „Schwimmabteilung“ auf der Jahninsel).

Ab morgen soll es hier deutlich kühler werden und regnen. Was für eine Wohltat für die Pflanzen, die Tiere und uns Menschen!

Kollege Schultze – schön im Badeanzug – und ich schicken euch Grüße! Kommt alle gut durch die Hitze und genießt den (hoffentlich arbeitsfreien) Tag.

Linoldruck, koloriert

Aktuelle Stimmungslage

Mir ist grad so nach Anderswo. Nach Reisen. Nach Ferien! Daher haben wir uns übers Wochenende kurz verabschiedet und sind auf und davon. Herrlich!

Seit Langem sind wir mal wieder in Prag. Ich mag diese Stadt so sehr. Wir laufen uns die Füße heiß und können uns kaum sattsehen an der wunderschönen Architektur und den vielen interessanten Details, die uns im Vorübergehen begegnen.

Mit herzlichen Grüßen von unterwegs. Genießt das Wochenende, wir genießen derweil das Innehalten und den Ausblick.

AugenBlicke

Diese Woche war so viel los, dass ich nicht wirklich zum Photographieren gekommen bin. Aber hier wenigstens ein paar Momentaufnahmen für euch:

Wunderbaren Besuch hatte ich sowohl von einer sehr lieben Freundin aus Heidelberg, die jedes Jahr zu den Tagen der Alten Musik nach Regensburg kommt, als auch von meiner Lieblings Elli. Schon seit gut 15 Jahren machen Elli und ich vor oder in meinem Handdruckatelier je ein Sommer- und ein Winterphoto. Das haben wir in letzter Zeit etwas vernachlässigt, aber dafür jetzt: Tadaaa! Unser Sommerphoto 2026 (kleidungs- und farbtechnisch haben wir uns nicht abgesprochen. Ich schwörs!).

Und hier ein paar Werkstattein- und ausblicke: Schlicht verliebt bin ich in diesen, in meinen Ort und freue mich jeden Tag darüber, hier arbeiten zu können!

Draußen vor der Tür

Neue Druckgrafiken sind im Werden. Sie erzählen von der Sehnsucht nach dem Anderswo. Reisend könnte ich mein Leben auch verbringen…

Sonnige Aussichten für das lange Pfingstwochenende! Pfiat eich!

Das Bullauge gibt den Blick frei Richtung Orphee Turm, der über und über mit wildem Wein und den Zeichnungen eines Regensburger Künstlers bedeckt ist.