Federleicht

Die reinste Kinderstube ist der kleine Hof vor meiner Werkstattgalerie gerade: Überall hüpft, flattert und quietscht es. Die jungen Ästlinge haben ihre Nester im Efeu verlassen und üben jetzt das Fliegen… Sehr süß anzusehen, wie die kleinen Spatzen, Grünfinken und Schwälbchen sich so eifrig abmühen, es ihren Eltern gleichzutun, welche gänzlich mühelos – und manche von ihnen auch sehr elegant (Schwalben) – durch den Luftraum segeln.

Ein bisschen schwer ist es also schon mit der Leichtigkeit… Aber die kleinen Hüpfer lassen sich nicht entmutigen und werden von Tag zu Tag gewandter bei ihren Flugmanövern.

Handdruck aus der Post Antiqua von Herbert Post, 1932

Die süßen Federfreunde – von denen sich übrigens einer kurzzeitig in meine Gallerie verflattert und die Korrex zu seinem neuen  Luftposten erklärt hatte – erinnerten mich daran, dass es mal wieder an der Zeit wäre, Luftpostgrüße zu drucken und so habe ich den Karton mit den Federn rausgesucht und mir schöne Worte einfallen lassen. Et voilà!

Über mein zauberhaftes Bullaugenfenster freue ich mich wirklich jeden Tag aufs Neue und kann absolut nicht begreifen, warum meine Vormieter diese Schönheit mit blickdichter Folie zugekleistert hatten. Versteh einer die Menschen…

Beim Bedrucken der Federn fiel mir einer meiner schönen Kunstdrucke wieder ein. Die ersten Zeilen des Gedichtes „Wenn ich eine Wolke wäre“ der wunderbaren Mascha Kaléko habe ich schon vor einiger Zeit auf eine alte Luftfahrtkarte gedruckt. Von dieser Typografik konnte ich mich einfach nicht trennen und so hängt sie nun bei uns zu Hause.

Handsatz aus einer namenlosen französischen Jugendstilschrift. Handdruck auf historischem aeronautical chart

Ein wenig Wolkenleichtigkeit könnten wir doch gerade alle ganz gut gebrauchen, oder? In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen Tag voller Leichtigkeit und Freude.