Im Werden

Im ganzen Land öffneten diese Woche unterschiedlichste Werkstätten und Ateliers ihre Türen für die „Europäischen Tage des Kunsthandwerks“ und es kamen einige neugierige BesucherInnen im Blinkfüer vorbei. Wenn auch nicht ganz so zahlreich wie vor vier Wochen zum „Tag der Druckkunst“, so ergaben sich doch sehr interessante Werkstattgespräche mit meinen Gästen und sowohl am Freitag als auch am Samstag wurde es für mich ein später Feierabend.

An meinem jüngsten Linoldruck „Haferzweige“ habe ich weiter gearbeitet und im Werden ist eine Collage auf feinstem japanischem Katazome Papier. Nächste Woche werde ich noch Details hinzufügen und bin selbst schon ganz gespannt, wie sich das Bild noch entwickeln wird.

Jetzt allerdings bleibt meine Atelierwerkstatt erstmal für zwei Tage geschlossen. Der Kaffee ist getrunken, die Pfoten sind geschrubbt und heute gehts endlich mal wieder raus in den Garten (da werden meine Hände dann gleich wieder dreckig bzw. erdig – aber so gehört sich das im Frühling). Winter adé! Herrlich!

Tag der Druckkunst

Zahlreiche Interessierte kamen gestern zum „Tag der Druckkunst“ in die Werkstattgalerie. Etwa 80 bis 100 Besucher*innen informierten sich voller Interesse über die verschiedenen Drucktechniken und wer wollte, konnte selbst Hand anlegen. Zum ersten Mal hatte ich drei Gäste eingeladen (sonst immer nur einen) und ich war etwas nervös, ob es oben in der Werkstatt nicht zu eng oder zu laut wird (es war schließlich eine Premiere in meinen neuen Räumen). Aber es klappte ganz wunderbar und alle waren zufrieden (und wir vier Ausstellenden am Abend dann auch ganz schön platt).

Hein Schmid übertrug sein Photo einer „Gemeinen Stubenfliege“ in einen Linolschnitt.

Stefan Alt stellte den Pflanzen- und Tetrapackdruck vor.

Von Besucher*innen gedruckte Blätter

Ich habe den Handpressendruck an meinem 150 Jahre alten Boston Tiegel erläutert und vorgeführt. Besucher*innen konnten selbst ein Lesezeichen oder eine Karte drucken. Richard Schleich, der extra aus München angereist war, demonstrierte den japanischen „Gyotaku“, den Fischdruck: Vor etwa 200 Jahren entwickelten Fischer diese Drucktechnik um ungewöhnlichen Fang zu dokumentieren. Es bedarf einiger Vorbereitungen des „Druckstocks“ bevor dann mit sehr viel Fingerspitzengefühl vom echten Fisch gedruckt wird.

Hier seht ihr meinen zweiten Gyotaku. Bin ein bisschen stolz, auch wenn da noch viel Luft nach oben ist. Aber, learning by doing und Erfahrungswerte (etwa bei der Papierwahl, der Konsistenz der angemischten Farbe, der Menge des Farbauftrags oder auch bei der Kolorierung) werden sich dann mit der Zeit einstellen.Die Vorbereitungen des Fisches kosten mich doch einige Überwindung, aber ich werde trotzdem dranbleiben, da die Technik einfach zu spannend ist!

Und heute mache ich einfach mal nichts. Kein Drucken, keine Werkstatt, kein Reden, rein gar nichts! Und das mit voller Hingabe! Genießt den Sonntag ihr Lieben.

Kleine Vorstellungsrunde

Heute vor einer Woche ist die 20. BuchDruckKunst Messe im Hamburger Museum der Arbeit zuende gegangen. Heute möchte ich euch einige wenige der über 60 AusstellerInnen vorstellen. Gleich zu Beginn Klaus und Gerlinde Raasch aus Hamburg. Klaus hat diese Messe die letzten 10 Jahre mit enormem Engagement und Herzblut kuratiert und organisiert. Ab nächstem Jahr wird er mit seiner Edition und seinen Holzschnitten als Aussteller dabei sein.

Die Schriftsetzermeisterin Christa Schwarztrauber aus München, die ihr Metier zu einer Zeit erlernte, als dieses noch eine reine Männerdomäne war, stellt ihre wunderbaren Arbeiten seit Gründung der Messe vor 20 Jahren hier aus.

Mein Liebster hilft mir wirklich immer bei all meinen Projekten, betreut z.B. wie hier meinen Stand, hilft mir bei der leidigen Buchhaltung oder schleppt bleischwere Schriftkästen von A nach B und meckert dabei nie. Nur ganz manchmal bricht es aus ihm heraus, das Stoßgebet, ich möge doch endlich irgendwas mit Briefmarken machen…

Axel und Sabine Stiehler vom Logbuchladen und Logbuchverlag. Im Bremer Stadtteil Walle führen sie ihren besonderen Buchladen und seit 2014 verlegen sie ihre Pressendrucke.

Aus Münster kommen Dr. Edda Baußmann und Annette Gresing von der 2012 gegründeten Edition Sonblom, welche sich der Tradition und Innovation künstlerischer druckgrafischer Techniken widmet. Bei ihrer Arbeit folgen die beiden auch der Vision eines eigenen Beitrags zur interkulturellen Verständigung in Europa.

Dr. Jürgen Franssen aus Heidelberg ist Vorstitzender des 2013 gegründeten Vereins für die Schwarze Kunst, dessen Ziel es ist, das handwerkliche Können und die Berufe des Schriftgießers, des Schriftsetzers und des Buchdruckers zu bewahren und zu fördern und das Wissen an nachfolgende Generationen weiterzugeben.

Hendrik Liersch gründete 1990 seine Corvinus Presse. Die Corvinus Presse ist ein Berliner Verlag, dessen Bücher in besonderer bibliophiler Gestaltung im traditionellen Handsatz sowie in spezieller, handgefertigter Japanbindung als Künstlerbücher und Pressendrucke hergestellt werden.

Moin aus Hamburch

Heute ist schon wieder der letzte Tag der schönen BuchDruckKunst Messe im Hamburger Museum der Arbeit. Es sind immer trubelige Tage mit vielen sehr interessierten BesucherInnen und einem großen Hallo unter den AusstellerInnen. Es fühlt sich jedes Jahr an wie ein großes Familientreffen und alle haben sich viel zu erzählen. ▶️ Blinkfüer auf der BDK

Kleiner Beitrag über Blinkfüer im Katalog der BDK.

BuchDruckKunst, Katalog 2025

Heute Abend wird abgebaut und morgen geht es dann wieder zurück nach Regensburg, wo ab Juli große Veränderungen auf mich warten. Seid gespannt…

Hier ein paar Eindrücke aus dem wunderschönen Hamburg👇🏻

53° 33′ N, 10° 0′

Die Kompassnadel zeigt – wie jedes Jahr um diese Zeit – glasklar Richtung Hamburg! Nächstes Wochenende ist es wieder soweit: Die große BuchDruckKunst Messe öffnet im Barmbeker Museum der Arbeit ihre Türen. Das diesjährige Motto und das Motiv „Herzblut & Werkschwarz“ stammen von dem Künstler und Kurator der Messe, Klaus Raasch. Für mich sind diese drei Tage ein absoluter Jahreshöhepunkt!

„Das diesjährige Motto der 20. Messe für Erlesenes auf Papier macht deutlich, was die wesentlichen Voraussetzungen für die Tätigkeit der gut 60 teilnehmenden Aussteller sind: Die Begeisterung für Themen unterschiedlichster Art in Wort und Bild, die mit viel Liebe zum Detail in Verbindung mit handwerklichen Satz-, Druck- und Bindetechniken in oft außergewöhnliche Formen gebracht werden.“(Klaus Raasch)

Wer also im Norden ist, oder immer schon mal (wieder) nach Hamburg wollte, sollte diese Messe auf keinen Fall verpassen, wir freuen uns auf euch! Mich findet ihr in der Alten Fabrik im EG am Stand 11. Tickets können sowohl online als auch vor Ort erworben werden.

Bevor es für mich dann also am Donnerstag – hopp hopp – auf die Autobahn Richtung Hamburg geht, mache ich fleißig Überstunden in der Werkstatt.

Erster Entwurf einer neuen Idee.👇🏻

Zu meiner hellen Freude verhilft mir Frida Keks mit ihren Besuchen immer mal wieder zu kleinen Druckpausen (sie ist ganz versessen auf meine Hundekekse).

Ansonsten wünschen Herr Grimaldi, sein stets missgestimmter Mitarbeiter und ich euch einen zauberhaften Sonntag!

Tag der Druckkunst

So viele interessierte Menschen haben Hein und mich gestern zum 7. Tag der Druckkunst im Blinkfüer besucht und sich über die verschiedenen künstlerischen Hochdrucktechniken informiert. Während der Insektograf Hein Schmid (https://derinsektograf.de/) im Buchkinderraum seine Wespenzeichnung in eine Linolplatte geschnitten hat, habe ich in der Werkstatt über den Handsatz erzählt, einige Blei- und Holzschriften gezeigt und meine historischen Handpressen erklärt und vorgeführt. Besondere Freude hatten alle bei ersten eigenen Druckversuchen am Boston Tiegel. Es wurde viel gelacht, geredet und gefachsimpelt und am Ende des Tages konnten alle eine selbstgedruckte Büttenkarte mit nach Hause nehmen.

Ganz herzlichen Dank an Mariya für die Photos! Ohne dich hätte ich jetzt nichts zum Herzeigen.

Und wie schön, dass ich heute frei habe, ich kann nämlich kaum noch reden… Später werde ich auf den ersten Flohmarkt des Jahres gehen, er läutet den Frühling ein und die Sonne spinkst auch schon zwischen den Wolken vor. Habt alle einen schönen Sonntag!Eine Besucherin brachte sogar selbstgebackene Blinkfüer Kekse mit. Wie lieb und was für eine tolle Überraschung! 🧡 Es sind schon alle weggeputzt – direkt schade, sie waren so schön zum Anschauen, ein richtiges Küstenbild, mit allem, was dazugehört.

Impressionen von der Vernissage zur „Papier Global“ & TV Beitrag „Handgemacht – Werkstätten in Regensburg“ Mai 2024

„Unter unserem Himmel“, so heißt die älteste Dokureihe im deutschen Fernsehen. Der neueste Beitrag „Handgemacht – Werkstätten in Regensburg“ ist in der ARD Mediathek zu sehen:

Anbei noch ein paar Impressionen vom Papiermarkt zur Vernissage der Triennale „Papier Global“.

Einen schönen Wochenstart wünsche ich euch!

Nach der Messe ist vor der Messe

Kaum ist die BuchDruckKunst in Hamburg vorbei, Zack! steht schon die Papier Global in den Museen Deggendorf vor der Tür. Zur Vernissage der Papiertriennale wird ein großes Papierfest gefeiert. Kommt uns besuchen, es ist einen Ausflug wert. Versprochen!

11. Mai 20 – 22 Uhr, 12. Mai 10 – 17 Uhr

„BuchDruckKunst“ Messe und 2 Beiträge aus Hamburger Zeitungen, April ’24

Gestern Abend haben wir die Hamburger BuchDruckKunst Messe nach drei erfolgreichen Tagen mit Applaus für dieses Jahr verabschiedet.

Diese Messe mit ihren über 60 ausstellenden SchwarzkünstlerInnen fühlt sich für mich jedes Mal an wie nach Hause kommen. Die Tage hier sind angefüllt mit freundschaftlichen Begegnungen, inspirierenden Gesprächen und sprudelndem kreativem Austausch. Sie ist ein echtes Jahres Highlight für mich!

Kuratiert und organisiert wird die wunderbare „BuchDruckKunst“ vom Künstler Klaus Raasch, der sie für uns AusstellerInnen und die zahlreichen BesucherInnen seit vielen Jahren zu einem ganz besonderen Erlebnis macht! Dafür und für seine Herzlichkeit gebührt ihm großer Dank! 

Klaus und Gerlinde Raasch https://klaus-raasch.com/

Artikel über Blinkfüer Handdruck im Hamburger Abendblatt und im Hamburger Wochenblatt 👇 https://www.abendblatt.de/hamburg/kultur/article242006644/Wie-entsteht-ein-Buch-Auf-zur-Messe-ins-Museum-der-Arbeit.html 

53° Nord, 10° Ost

Meine Kompassnadel zeigt gen Nordosten Richtung Hamburg. Nächsten Freitag beginnt die BuchDruckKunst im Museum der Arbeit. Ich freue mich schon sehr auf diese drei Messetage, auf das Treffen mit befreundeten Schwarzkünstlern, auf inspirierende Gespräche und natürlich auf die schöne Hafenstadt, die ich so sehr mag.

Euch allen wünsche ich frohe Ostern mit schönster Frühlingssonne!