Ein Nordlicht im Süden

Vor einigen Wochen wurde bei mir gedreht und am 17. März wurde der sechsminütige Fernsehbeitrag über mich und meine Werkstattgalerie nun im BR ausgestrahlt. Zu sehen ist das Portrait auf  YouTube  und in der ARD Mediathek in der Sendereihe ▶️ „Wir in Bayern“.

Normalerweise fühle ich mich vor der Kamera unwohl und befangen, aber bei diesem Dreh war alles entspannt, das Team vom BR war sehr freundlich und wir hatten viel Spaß. Ein schöner Beitrag ist es geworden und ich danke der Autorin Andrea Köppler und dem Kameramann Volker Schmidt.

Noch eine weitere Neuigkeit gibt es im Blinkfüer: Morgen fahren wir nach Berlin und bringen am Mittwoch eine neue alte Druckpresse von Kreuzberg nach Regensburg. Es handelt sich um eine „Korrex Stuttgart“, eine  hochwertige, manuelle Andruckpresse des Herstellers Max Simmel, die vor allem in den 1960er Jahren produziert wurde. Sie wird auch „Baby Korrex“ genannt, weil sie das Leichtgewicht unter diesen Pressen ist. Nur 250 Kilo wiegt sie…

Der Transport ist bei jeder größeren Presse der pure Horror! Mit Schrecken erinnere ich mich an die Aktion vor dreieinhalb Jahren, als wir meinen Trettiegel von Lübeck nach Regensburg brachten!

Drückt uns die Daumen, dass wir die Korrex in den Wagen rein- und auch wieder rausbekommen… Leider kann man bei mir nicht mit dem Auto vorfahren und die Presse muss mit einem Hubwagen über das holprige Kopfsteinpflaster gezogen werden. Oder getragen werden. Oder so… 😱

Aus diesem Grund bleibt das Handdruckatelier am Mittwoch und Donnerstag (25. & 26.3.) geschlossen.

Nie wieder kaufe ich eine alte Presse! Niemals! Nie! Erinnert mich daran!

Sonnenflecken

Am Montag sind jetzt auch meine Pressen umgezogen und wohlbehalten in ihrem neuen Domizil eingetroffen. Große Erleichterung bei mir, hatte ich doch Sorge, dass beim Transport irgendetwas beschädigt werden könnte. Aber zum Glück ist alles gut gegangen!Auch wenn noch nicht alles seinen Platz gefunden hat und diverse Bilderleisten und Lampen noch darauf warten, installiert zu werden, so fühle ich mich doch pudelwohl in meinen neuen Räumen und genieße die vielen Sonnenflecken.                                                                                Ab September werde ich dann wieder zu meinen regulären Öffnungszeiten für euch da sein.

Rund, rund, rund…

… ist alles, was ich mag!

Tatsächlich liebe ich Kreise und Punkte und sie finden sich in allen Farben und Größen auf meinen Drucken wieder. So zum Beispiel auf einer meiner Lieblingskarten, die ich nun endlich neu auflgelegt habe. Dabei habe ich verschiedene Arbeitsschritte fotografisch für euch dokumentiert.

Am Anfang, ganz am Anfang, steht die Idee💡 Habe ich eine, überlege ich, wie ich diese bildnerisch und typografisch umsetzen möchte und entwerfe verschiedene Varianten. Nachdem ich mich für einen Entwurf entschieden habe,  setze ich den ersten Teil der Karte und drucke die erste Farbe (das große Rad hinter den gelben Kreisen ist übrigens das Schwungrad meines alten Trettiegels).

An dieser Stelle mein Dank an Christa für die kleinen Schmuckpunkte!
Ist das schöne Gelb getrocknet, drucke ich den zuvor von Hand gesetzten Text in einem tiefen Petrol.

Ist auch die zweite Farbe trocken, geht’s – in Ermangelung eines Perforiergeräts – an die Nähmaschine (mit einer eigens für die Perforierung gebastelten Anlage).

Zu guter Letzt kommt noch die Schere zum Einsatz und erst dann ist sie fertig, meine Sonnenkarte.

Viel Besuch…

…gab’s diese Woche: Erst kam mich der Buchdrucker und Maschinenmeister Walter aus Hamburg besuchen und hat sich direkt an die Arbeit gemacht und sich um mein Sorgenkind, den kleinen Trettiegel, gekümmert. Leider hat sich dabei meine Befürchtung bestätigt: dieser schöne Tiegel ist nur sehr bedingt druckfähig und eine Reparatur würde enorm teuer werden. Walter hat ihn soweit wieder hingekriegt, dass ich ihn nun für sehr sehr kleine Auflagen benutzen kann (hoffentlich!).

Die nächste Besucherin war meine LieblingsLena aus Leipzig, die sich auf ihren Regensburg Besuchen auch immer in meiner Handdruckei blicken lässt. Sie hat mir geholfen, meinen Neuzugang, eine schöne 14 Cicero Antiqua Holzschrift, zu waschen.  Und schließlich habe ich gestern dann noch ein wenig mit meiner seltenen und ganz ungewöhnlichen „Delfino“ Holzschrift gespielt. Rundum waren es schöne Arbeitstage diese Woche.

TADAAA! Hier steht er nun!

Heute morgen dachte ich noch, das wird nichts mehr… Das Schwungrad ließ sich nicht lösen und damit war der Tiegel enorm unhandlich und schwer. Aber mit der tatkräftigen Hilfe meiner drei Helden des Tages und einer ausgeliehenen Baustellenrampe hat es dann doch geklappt. Nun steht dieser historische Trettiegel in all seiner Pracht im Blinkfüer Handdruckatelier. Was für eine große Freude!

Der historische Trettiegel stammt aus der Lübecker „Gutenberg Klitsche“ von Peter Schnoor, der ihn auch aufwendigst restauriert hat. Hier ein Photo vor der Restaurierung 👇🏻Da war die blöde Baustelle ja doch noch für etwas gut!

Meine drei Helden des Tages!

TADAAA! Hier steht er nun, mein historischer Trettiegel.