Tag der Druckkunst

Zahlreiche Interessierte kamen gestern zum „Tag der Druckkunst“ in die Werkstattgalerie. Etwa 80 bis 100 Besucher*innen informierten sich voller Interesse über die verschiedenen Drucktechniken und wer wollte, konnte selbst Hand anlegen. Zum ersten Mal hatte ich drei Gäste eingeladen (sonst immer nur einen) und ich war etwas nervös, ob es oben in der Werkstatt nicht zu eng oder zu laut wird (es war schließlich eine Premiere in meinen neuen Räumen). Aber es klappte ganz wunderbar und alle waren zufrieden (und wir vier Ausstellenden am Abend dann auch ganz schön platt).

Hein Schmid übertrug sein Photo einer „Gemeinen Stubenfliege“ in einen Linolschnitt.

Stefan Alt stellte den Pflanzen- und Tetrapackdruck vor.

Von Besucher*innen gedruckte Blätter

Ich habe den Handpressendruck an meinem 150 Jahre alten Boston Tiegel erläutert und vorgeführt. Besucher*innen konnten selbst ein Lesezeichen oder eine Karte drucken. Richard Schleich, der extra aus München angereist war, demonstrierte den japanischen „Gyotaku“, den Fischdruck: Vor etwa 200 Jahren entwickelten Fischer diese Drucktechnik um ungewöhnlichen Fang zu dokumentieren. Es bedarf einiger Vorbereitungen des „Druckstocks“ bevor dann mit sehr viel Fingerspitzengefühl vom echten Fisch gedruckt wird.

Hier seht ihr meinen zweiten Gyotaku. Bin ein bisschen stolz, auch wenn da noch viel Luft nach oben ist. Aber, learning by doing und Erfahrungswerte (etwa bei der Papierwahl, der Konsistenz der angemischten Farbe, der Menge des Farbauftrags oder auch bei der Kolorierung) werden sich dann mit der Zeit einstellen.Die Vorbereitungen des Fisches kosten mich doch einige Überwindung, aber ich werde trotzdem dranbleiben, da die Technik einfach zu spannend ist!

Und heute mache ich einfach mal nichts. Kein Drucken, keine Werkstatt, kein Reden, rein gar nichts! Und das mit voller Hingabe! Genießt den Sonntag ihr Lieben.

Vorfreude

Seit Tagen gehe ich fast täglich an meiner neuen Werkstattgalerie vorbei um nachzusehen, wie der Stand der Renovierungsarbeiten so ist. Bei diesen kleinen Spaziergängen entdecke ich immer neue Details. So z.B. habe ich jetzt gesehen, dass man, vom Haidplatz kommend, die Domtürme über der Passage sehen kann (ok, ein großes Detail, ich geb’s zu).

Am anderen Ende des Durchgangs, Richtung Untere Bachgasse, zieht ein Schwalbenpaar seine vier Kleinen groß und begrüßt mich jedes Mal mit aufgeregtem Geschimpfe und waghalsigen Flugmanövern.
Diese Woche waren die Maler in den neuen Räumlichkeiten und ich durfte kurz rein, um vom oberen Bereich ein kleines Video zu machen – einen Oskar gewinne ich damit nicht, aber man bekommt einen Eindruck des Raums. Hier werde ich meine Werkstatt einrichten, darauf freue ich mich schon richtig! Ach, bis August ist’s doch noch ganz schön lang…  Die Maler habe ich sehr darum gebeten, die schönen Feldsteine nicht zu überstreichen. Ich hoffe mal, meine Bitte wird erhört, zumal sich im unteren Raum auch mittelalterliche Feldsteine befinden. Diese großen Steine bilden ein so schönes Detail und tragen erheblich zur Atmosphäre der Räume bei.

Sonne für euch 🟠

Jetzt ist die Typografik „Aufwachen Atmen Anfangen“ gedruckt (mit intakten Sonnen) und hängt an der Trockenleiste in der Werkstatt, wo – mittlerweile fast täglich – die Abendsonne vorbeischaut und mir für ein Weilchen Gesellschaft leistet.Und frischen Fisch gibt’s auch! Den blauen, mundgeblasenen Anreiber (auch Printfrog genannt) habe ich aus England mitgebracht und er liegt ganz wunderbar schwer in der Hand. Beim Linoldrucken freu ich mich jedesmal aufs Neue über ihn!

Herr Ming liebt ein Wasserrosending…

…leider liebt das Wasserrosending den glitzerigen Goldfisch Wu, der aber hat nur Augen für das Huhn Schu-Schu… (nach James Krüss)Und sonst so? Abgesehen davon, dass meine Gedanken sich konstant um den kommenden Umzug drehen, habe ich noch eine Neuauflage meiner Wiesenkarte gedruckt. Bis ich selbst dann wieder faul auf der Wiese liegen kann, wird’s wohl noch ein Weilchen dauern, aber immerhin hat mir beim Drucken die Sonne in meiner Werkstatt ganz wunderbar Gesellschaft geleistet.Und am 1. Mai um 15 Uhr gibt es eine Wiederholung der Sendung „Handgemacht – Werkstätten in Regensburg“ aus der Sendereihe „Unter unserem Himmel“ im BR. Der Beitrag ist auch dauerhaft in der ARD Mediathek zu sehen.

Tag der Druckkunst

So viele interessierte Menschen haben Hein und mich gestern zum 7. Tag der Druckkunst im Blinkfüer besucht und sich über die verschiedenen künstlerischen Hochdrucktechniken informiert. Während der Insektograf Hein Schmid (https://derinsektograf.de/) im Buchkinderraum seine Wespenzeichnung in eine Linolplatte geschnitten hat, habe ich in der Werkstatt über den Handsatz erzählt, einige Blei- und Holzschriften gezeigt und meine historischen Handpressen erklärt und vorgeführt. Besondere Freude hatten alle bei ersten eigenen Druckversuchen am Boston Tiegel. Es wurde viel gelacht, geredet und gefachsimpelt und am Ende des Tages konnten alle eine selbstgedruckte Büttenkarte mit nach Hause nehmen.

Ganz herzlichen Dank an Mariya für die Photos! Ohne dich hätte ich jetzt nichts zum Herzeigen.

Und wie schön, dass ich heute frei habe, ich kann nämlich kaum noch reden… Später werde ich auf den ersten Flohmarkt des Jahres gehen, er läutet den Frühling ein und die Sonne spinkst auch schon zwischen den Wolken vor. Habt alle einen schönen Sonntag!Eine Besucherin brachte sogar selbstgebackene Blinkfüer Kekse mit. Wie lieb und was für eine tolle Überraschung! 🧡 Es sind schon alle weggeputzt – direkt schade, sie waren so schön zum Anschauen, ein richtiges Küstenbild, mit allem, was dazugehört.

Endlich!

Nach viermonatiger Zwangspause endlich wieder am Tiegel zu stehen ist ein ganz wunderbareres Gefühl!

Mein erster Druck nach so langer Zeit ist mein Elefant. Ein altes Klischee, das mir mein Sohn vor Jahren aus Amerika mitbrachte. Es ist schon ziemlich „abgenudelt“, was bedeutet, dass sich einige Bereiche wie z.B. die Füße und der Rüssel vom vielen Gebrauch abgesenkt haben und sich daher kaum noch abbilden lassen. Da braucht es viel Geduld und Spucke und vor allem Seidenpapier, das ich so lange unter die schwachen Stellen lege, bis sie sich wieder drucken lassen. Friemelarbeit, würde mein Vater sagen.

Nachdem der Elefant dann schön auf dem Papier steht, koloriere ich noch seine Satteldecke und verleihe ihm mittels eines großen Ballons, den ich aus Landkartenresten zuschneide, Leichtigkeit. Jede Karte ist ein Unikat.

Nach der Messe ist vor der Messe

Kaum ist die BuchDruckKunst in Hamburg vorbei, Zack! steht schon die Papier Global in den Museen Deggendorf vor der Tür. Zur Vernissage der Papiertriennale wird ein großes Papierfest gefeiert. Kommt uns besuchen, es ist einen Ausflug wert. Versprochen!

11. Mai 20 – 22 Uhr, 12. Mai 10 – 17 Uhr