Aktuelle Stimmungslage

Mir ist grad so nach Anderswo. Nach Reisen. Nach Ferien! Daher haben wir uns übers Wochenende kurz verabschiedet und sind auf und davon. Herrlich!

Seit Langem sind wir mal wieder in Prag. Ich mag diese Stadt so sehr. Wir laufen uns die Füße heiß und können uns kaum sattsehen an der wunderschönen Architektur und den vielen interessanten Details, die uns im Vorübergehen begegnen.

Mit herzlichen Grüßen von unterwegs. Genießt das Wochenende, wir genießen derweil das Innehalten und den Ausblick.

AugenBlicke

Diese Woche war so viel los, dass ich nicht wirklich zum Photographieren gekommen bin. Aber hier wenigstens ein paar Momentaufnahmen für euch:

Wunderbaren Besuch hatte ich sowohl von einer sehr lieben Freundin aus Heidelberg, die jedes Jahr zu den Tagen der Alten Musik nach Regensburg kommt, als auch von meiner Lieblings Elli. Schon seit gut 15 Jahren machen Elli und ich vor oder in meinem Handdruckatelier je ein Sommer- und ein Winterphoto. Das haben wir in letzter Zeit etwas vernachlässigt, aber dafür jetzt: Tadaaa! Unser Sommerphoto 2026 (kleidungs- und farbtechnisch haben wir uns nicht abgesprochen. Ich schwörs!).

Und hier ein paar Werkstattein- und ausblicke: Schlicht verliebt bin ich in diesen, in meinen Ort und freue mich jeden Tag darüber, hier arbeiten zu können!

Draußen vor der Tür

Neue Druckgrafiken sind im Werden. Sie erzählen von der Sehnsucht nach dem Anderswo. Reisend könnte ich mein Leben auch verbringen…

Sonnige Aussichten für das lange Pfingstwochenende! Pfiat eich!

Das Bullauge gibt den Blick frei Richtung Orphee Turm, der über und über mit wildem Wein und den Zeichnungen eines Regensburger Künstlers bedeckt ist.

Typografische Suchspiele

Seit längerem kam ich diese Woche endlich mal wieder dazu, Schreib- und Skizzenbücher zu bedrucken. Jedes für sich ist ein Unikat und ich liebe diese Bücher sehr.

Was mir bei der Arbeit hier besonders gefällt, ist, dass ich mich beim Drucken dieser Kleinode einmal quer durch mein Sortiment an Plakatlettern wühlen kann – ich fühle mich dabei ein wenig wie ein Kind auf Schatzsuche, das mit Bauklötzen spielt… Auch das leise Klacken der Lettern erinnert mich an das Geräusch früher beim Bauen mit den bunten Holzklötzchen.

Schriftart „Herold“ von 1910

Die wunderschöne Jugendstilschrift, die ich Anfang des Jahres von dem Hamburger Künstler Klaus Raasch kaufen durfte, habe ich gestern zum ersten Mal gedruckt und ich bin ganz verliebt! Der zarte Schwung beim „i“ ist doch wirklich zauberhaft, oder?!

Das gelbe Klötzchen rechts neben dem Buch ist die Unterseite des große „Z“ und Klaus hat wohl vor Jahren dieses gelbe „Auto? Nein Danke!“ Papier unter die Letter geklebt, um so ihre Schrifthöhe anzuheben. Solch kleine Spuren finde ich häufiger unter den Holzbuchstaben – manchmal sind es sogar handbeschriebene Papierschnipsel, die von ihren Vorbesitzern erzählen.

Gestern gab es hier ein Fußballspiel zwischen dem hiesigen Verein und Cottbus, bei dem Regensburg verloren hat. Eine Menge Fans hatten entsprechend miese Laune. Einer von Ihnen ging vor meinem Laden vorbei und der Streit der folgte, weil ich einen Fan Aufkleber von einer der Lampen neben meiner Tür entfernte, war übel – auch deshalb, weil er mich um mindestens zwei Köpfe überragte und kräftig getankt hatte. Mir ging ganz schön die Flatter und kurz bevor ich schließlich die Polizei rufen wollte dämmert ihm dann, das ich keine fussballfeindliche Touristin bin, sondern mir der Laden gehört und das führte zu einer völligen Umkehr des Geschehens: Er entschuldigte sich ausgiebig bei mir um sich dann, nach einem längeren Gespräch mit einem festen Händedruck zu verabschieden. Puh!! Grade nochmal gut gegangen!

Ich schicke euch Grüße aus der – aufgeräumten – Werkstatt in den Sonntag. Die schöne Pfingstrose hat mir gestern ein an der Ladentür vorbeiflanierender Passant geschenkt – so kann ich diese Sonntagspost mit einem positiven Akkord beenden.

Richtungswechsel

Weder vorwärts, noch rückwärts sondern eben Glückwärts gehen! Zwei dieser „Glückwärts“ Typografiken habe ich zur Zeit in der Galerie. An diesen beiden ist gut zu sehen, dass es sich hier jeweils um Unikate handelt: Ich mische die Farben an, drucke manchmal die Umlautpunkte, manchmal ersetze ich sie aber auch durch ein E und jeder Druck hat eine andere historische Land- oder Seekarte als Untergrund (hier sind es die Nordsee und Australien). Gerahmt im freigestellten Passepartout messen die Bilder 50 x 60cm (und sie zu verschicken ist mir leider zu riskant).

Ansonsten ist mir gerade so nach Liegestuhl, was sich von meinen Kunstkarten deutlich ablesen lässt…

Einen besonders schönen Frühlingssommersonnentag wünsche ich euch. Legt mal die Beine hoch!

Gefischtes

Freitags gibt’s ja bekanntlich Fisch:

Die Fotos erzählen vom Entstehungsprozess meiner Linoldrucke. Von der Zeichnung über das Schneiden der Druckplatte bis hin zum fertigen Handdruck. Nach dem Übertragen meiner Zeichnung mittels Blaupapier auf die Linol- oder Holzplatte, wird das Motiv mit sehr scharfen Linolmessern, Vorsicht und großer Konzentration in die Platte geschnitten.

An der Wellenplatte zum Beispiel habe ich 5 Stunden lang gearbeitet… Ein falscher Schnitt, und die Platte ist hin! Sind die Druckplatten nach geraumer Zeit endlich fertig, geht’s ans Mischen der Farbe. Bei den Wellen entscheide ich mich meist für ein besonderes Effektdruckverfahren, den Irisdruck. Hierfür werden verschiedene Farben nebeneinander auf den Farbstein gegeben und dann mit der Handwalze von oben nach unten verrieben. Dadurch entsteht ein Farbverlauf, der bei jedem Druck anders ausfällt und somit jedes Blatt zu einem Unikat macht. Mit der Handwalze wird dann die Druckplatte eingefärbt und Japanpapier aufgelegt, welches mit einem speziellen Glasanreiber mit gleichmäßigem Druck und vorsichtigen Kreisbewegungen auf das Motiv gerieben wird. Ein langer Weg also, bis zum fertigen Handdruck. Slow printing kann man es mit Fug und Recht nennen.

Dieser Prozess wurde auch vom BR in einem Portrait über mich schön eingefangen ➡️ „Die Handdruckerin Susanne Kauth“