…faules Mädchen“ sagte meine Mutter immer, weil ich Nähen und generell Handarbeiten wie Stricken und Sticken so gar nicht mochte. Heute allerdings umgarne ich meine Typografiken und Linoldrucke immer mal wieder gerne, so wie hier meine Haferzweige. Das Sticken wird für mich so zu einer Form des Zeichnens mit Nadel und Faden.
Entstanden ist eine Collage aus meinem Linoldruck und japanischem, handgeschöpftem und von Hand bedrucktem Katazome Papier (hier mit Schriftzeichen aus der Edo Periode). Ich habe einzelne Zweige mit Stickstichen verlängert, so dass der Bildausschnitt bei dieser Arbeit deutlich größer ist als bei den vorherigen Rahmungen. Das Sticken ermöglicht mir hier also eine schöne Möglichkeit der Variation.

Gerahmt mit Passepartout
Zum Vergleich hier nochmal der kleinere Bildausschnitt:

„Haferzweige“, Linoldruck 2026
Eine Neuauflage meiner „Ich will“ Karte ist auch entstanden. Diesmal in anderen Farben: Calamity Jane prangt hier in Petrol auf dem Büttenpapier und der kleine, spielerisch hingeworfene Dreizeiler leuchtet in orange. Dieses historische Druckklischee brachte mein Sohn mir vor Jahren aus den USA mit und lange Zeit wusste ich nicht so recht, was ich damit anfangen soll, bis mir diese drei Zeilen einfielen. Jetzt passt’s.
Und gestern hatte ich dann noch zwei sehr nette Besucherinnen aus Münster und Stuttgart, die mir eine vor dem Müll gerettete alte Schullandkarte mitbrachten,“weil da ein Leuchtturm drauf ist“. Wie lieb ist das denn! Bin gerührt!
Für diesen Linolschnitt benutze ich ein spezielles Effektdruckverfahren, den Irisdruck (oder auch Regenbogendruck). Hierfür gebe ich verschiedene Blautöne, Grün und einen Hauch Orange nebeneinander auf den Farbstein und verreibe die Farben von oben nach unten mit der Handwalze, bis sich ein schöner Farbverlauf ergibt. Auf jedem Blatt changiert der Hering nun in verschiedenen Nuancen und jeder Druck wird so zum Unikat.
An meinem jüngsten Linolschnitt, den filigranen Haferzweigen, schneide ich immer noch nach jedem Einfärben Teile aus der Platte heraus, die nicht mitdrucken sollen. Eine Herausforderung, vor allem, weil bei diesen zarten Linien ein falscher Schnitt zum Ruin führen kann!
Bevor nun das Leitmotiv in schwarz gedruckt wird, drucke ich die große neonorangene Sonne.
Orange ist eine meiner Lieblingsfarben (habt ihr wahrscheinlich schon bemerkt), so leuchtend und energiegeladen! Ist die erste Farbe getrocknet, wird die zweite gedruckt. Und, tadaaa, es sind drei schöne, randscharfe Drucke gelungen.
Kommt also gerne rum und schaut euch alles selbst an (Achtung, noch gelten meine Winteröffnungszeiten von Donnerstag bis Samstag). Habt einen schönen, faulen Sonntag!
Dass ich in den Wintermonaten den Mittwoch ganz in Ruhe und konzentriert in meiner Werkstatt arbeiten kann, tut richtig gut. Für die vielen zarten Linien und Details musste ich mich beim Schneiden sehr konzentrieren, um die Platte nicht durch einen falsch gesetzten Schnitt zu ruinieren. Gestern habe ich dann einen ersten Andruck gemacht:
Der Druck gefällt mir schon sehr gut. Er erinnert mich an einen Scherenschnitt. Nächste Woche werde ich die fast quadratische Platte (19,5 x 20cm) aber noch etwas „säubern“. Später wird das Bild dann im Passepartout und gerahmt die blaue Wand meiner Galerie zieren.
Auch DIN A5 Briefmappen sind wieder da, die zeige ich euch nächste Woche. Erinnert ihr euch an die Liegestuhl Karte? Gestern kam mir spontan die Idee, sie noch um ein weiteres Element zu ergänzen… Ach, Sommer!!
Dann habe ich den ersten Schwung Tages- & Wochenkalender frisch bedruckt. Schnell sein lohnt sich hier, die Kalender sind sehr beliebt.
Und der wunderbare Buchkinder Wandkalender ist auch schon zu haben. Ich freue mich jedes Jahr auf ihn!
Auch die von mir heiß geliebten handgearbeiteten Modautaler LederSchachteln von Guido Egert haben wieder ihren festen Platz in meiner Werkstattgalerie gefunden (die Plakatklettern, die vorher in diesem Setzkasten lagen, sind eine Etage tiefer gezogen).
Genießt den schönen, schon herbstlich anmutenden Sonntag, ich gehe derweil in meinen alten Laden zum Streichen… Am 29.9. ist die Übergabe.
Das „j“ von „Sej“ hob sich farblich nur schwach vom Hintergrund ab. Da ich bei dieser Typografik aber nur eine Farbe verwenden wollte, habe ich die Buchstaben mit einem türkisfarbenen Faden umnäht, um sie stärker hervorzuheben. Und damit das Gleichgewicht gewahrt bleibt, hat der große Punkt unten rechts ebenfalls eine Naht bekommen. Mit der Nadel musste ich sehr vorsichtig umgehen, da das alte Papier recht fragil ist.
Gerahmt im freigestellten Passepartout misst die Typografik 60x50cm. Unikat.



Dann konnte ich mit Glück ein weiteres antikes Kuchenbrett ergattern und habe es mit meiner Lieblingszeile aus dem Gedicht „Morgenwonne“ von Joachim Ringelnatz bedruckt. Auf diesen großen runden Holzbrettern wurden unter anderem Hochzeitstorten serviert (ø 65cm).

Und frischen Fisch gibt’s auch! Den blauen, mundgeblasenen Anreiber (auch Printfrog genannt) habe ich aus England mitgebracht und er liegt ganz wunderbar schwer in der Hand. Beim Linoldrucken freu ich mich jedesmal aufs Neue über ihn!


Die angemischten Farben erinnern mich so schön an Campino Bonbons, die ich immer noch gerne lutsche (am liebsten mag ich die ganz dunklen – Johannisbeere – glaub ich).
Und passend zum Sonnenschein und dem Frühlingsahnen der letzten Tage habe ich meine Linoldruck-Wellenkarte neu aufgelegt.
Die letzte Woche war ganz schön produktiv… Unter anderem ist auch eine neue Typografik entstanden. Gedruckt und collagiert. Gerahmt 50x40cm, Unikat.