53° 33′ N, 10° 0′

Die Kompassnadel zeigt – wie jedes Jahr um diese Zeit – glasklar Richtung Hamburg! Nächstes Wochenende ist es wieder soweit: Die große BuchDruckKunst Messe öffnet im Barmbeker Museum der Arbeit ihre Türen. Das diesjährige Motto und das Motiv „Herzblut & Werkschwarz“ stammen von dem Künstler und Kurator der Messe, Klaus Raasch. Für mich sind diese drei Tage ein absoluter Jahreshöhepunkt!

„Das diesjährige Motto der 20. Messe für Erlesenes auf Papier macht deutlich, was die wesentlichen Voraussetzungen für die Tätigkeit der gut 60 teilnehmenden Aussteller sind: Die Begeisterung für Themen unterschiedlichster Art in Wort und Bild, die mit viel Liebe zum Detail in Verbindung mit handwerklichen Satz-, Druck- und Bindetechniken in oft außergewöhnliche Formen gebracht werden.“(Klaus Raasch)

Wer also im Norden ist, oder immer schon mal (wieder) nach Hamburg wollte, sollte diese Messe auf keinen Fall verpassen, wir freuen uns auf euch! Mich findet ihr in der Alten Fabrik im EG am Stand 11. Tickets können sowohl online als auch vor Ort erworben werden.

Bevor es für mich dann also am Donnerstag – hopp hopp – auf die Autobahn Richtung Hamburg geht, mache ich fleißig Überstunden in der Werkstatt.

Erster Entwurf einer neuen Idee.👇🏻

Zu meiner hellen Freude verhilft mir Frida Keks mit ihren Besuchen immer mal wieder zu kleinen Druckpausen (sie ist ganz versessen auf meine Hundekekse).

Ansonsten wünschen Herr Grimaldi, sein stets missgestimmter Mitarbeiter und ich euch einen zauberhaften Sonntag!

In’s Netz gegangen

Ein neuer Linolschnitt ist entstanden, und wie sollte es anders sein, ist es ein Fisch geworden. Genauer, ein Hering. Ich erinnere mich als Kind, dass mein Vater zusammen mit vielen anderen Anglern geduldig und erwartungsvoll am Ufer der Trave stand, wenn „der Hering kam“, den die Fischer auch „das Silber der Meere“ oder „Weltumsegler“ nannten. Die Zeichnung lag schon lange in meiner Schublade, jetzt habe ich sie endlich in Linol geschnitten. Dieser kleine Fischer mit seinem Netz ist ein altes Buchdruckklischee, das ich besonders gerne mag. Allerdings hat mich der Rahmen um das Motiv herum gestört…Nun changiert der Hering in schönen Blau-/Grüntönen, die bei jedem Druck anders ausfallen und so jedes Blatt zu einem Unikat machen. Und der kleine Fischer ist jetzt von seinem einengenden Rahmen befreit. Ein befreundeter Goldschmied hat ihn netterweise für mich weggeschliffen.

Tag der Druckkunst

So viele interessierte Menschen haben Hein und mich gestern zum 7. Tag der Druckkunst im Blinkfüer besucht und sich über die verschiedenen künstlerischen Hochdrucktechniken informiert. Während der Insektograf Hein Schmid (https://derinsektograf.de/) im Buchkinderraum seine Wespenzeichnung in eine Linolplatte geschnitten hat, habe ich in der Werkstatt über den Handsatz erzählt, einige Blei- und Holzschriften gezeigt und meine historischen Handpressen erklärt und vorgeführt. Besondere Freude hatten alle bei ersten eigenen Druckversuchen am Boston Tiegel. Es wurde viel gelacht, geredet und gefachsimpelt und am Ende des Tages konnten alle eine selbstgedruckte Büttenkarte mit nach Hause nehmen.

Ganz herzlichen Dank an Mariya für die Photos! Ohne dich hätte ich jetzt nichts zum Herzeigen.

Und wie schön, dass ich heute frei habe, ich kann nämlich kaum noch reden… Später werde ich auf den ersten Flohmarkt des Jahres gehen, er läutet den Frühling ein und die Sonne spinkst auch schon zwischen den Wolken vor. Habt alle einen schönen Sonntag!Eine Besucherin brachte sogar selbstgebackene Blinkfüer Kekse mit. Wie lieb und was für eine tolle Überraschung! 🧡 Es sind schon alle weggeputzt – direkt schade, sie waren so schön zum Anschauen, ein richtiges Küstenbild, mit allem, was dazugehört.

Sonnige Grüße aus der Werkstatt

Zwei schöne, grade erst erstandene alte Klischees habe ich gedruckt und bin ganz verliebt, vor allem in die kleine Seerose, sie erinnert mich so an das Gedicht von James Krüss „Der Garten des Herrn Ming“.Und passend zum Sonnenschein und dem Frühlingsahnen der letzten Tage habe ich meine Linoldruck-Wellenkarte neu aufgelegt.Die letzte Woche war ganz schön produktiv… Unter anderem ist auch eine neue Typografik entstanden. Gedruckt und collagiert. Gerahmt 50x40cm, Unikat.

Kulturjournal & Nationaler Tag der Druckkunst am 15. März 2025

In der Märzausgabe des Regensburger Kulturjournals findet sich dieser schöne und informative Artikel über die Schwarze Kunst und meine offene Werkstatt zum Tag der Druckkunst, zu der ich euch am 15.3. von 12 – 17 Uhr herzlich einlade. Ich freu mich auf euch! (Photos sind übrigens von mir.) Ebenso freut es mich, dass das Photo meines großen Ampersands (&) im offiziellen Flyer des BBK (Berufsverband Bildender Künstler) für den „Tag der Druckkunst“ abgebildet ist.

Update

Durch den Verkauf der NO! Karten haben sich seit dem 9. Februar 200€ in meiner Spendenbüchse angesammelt, die ich am 18. Februar an den Berliner Verein „Straßenkinder e.V.“ überwiesen habe.

Dann habe ich mich schonmal an die Osterkarten gemacht… Ich glaube, so früh war ich damit noch nie dran.

Und im Laden ist die Wand mit den Typografiken auch wieder gut gefüllt. Kommt also gerne mal rum.

Wiederauflage

Beim Durchstöbern meiner Setzschränke ist mir vergangene Woche ein kleiner Linolschnitt in die Hände gefallen, den ich schon ganz vergessen hatte. Er ist von 2015 und ich habe mich richtig gefreut, ihn wiederentdeckt zu haben.

Außerdem habe ich mich dazu entschlossen, die kleine Auflage der NO! Karten, die ich eigentlich nur für die Demo „Gemeinsam gegen Rechts“ am letzten Sonntag gedruckt und verschenkt hatte, wieder aufzulegen und zugunsten des Berliner Vereins „Straßenkinder e.V.“ zu verkaufen (5€). https://strassenkinder-ev.de/projekte/

Genießt den Sonntag, hier scheint nach einer gefühlten Ewigkeit endlich mal wieder die Sonne und mir wird’s direkt leicht ums Herz 🟡

Tag der Druckkunst und „Sag NEIN!“

Save the date! Am 15.3.25 jährt sich der Tag, an dem die künstlerischen Drucktechniken zum immateriellen nationalen Kulturerbe erklärt wurden. Seit 2019 finden um dieses Datum herum im gesamten deutschsprachigen Raum verschiedenste Aktionen statt. Von Beginn an beteilige ich mich daran mit Werkstattführungen und Einblicken in künstlerische Hochdrucktechniken. So ist mein „Tag der offenen Werkstatt“ mittlerweile zu einem festen Bestandteil meiner Jahresplanung geworden.https://www.tag-der-druckkunst.de/veranstaltungen/liste/details/einblicke-in-traditionelle-hochdruckverfahren-1732

Auch dieses Jahr lade ich euch am 15.3. von 12 bis 17 Uhr ein, hinter die Kulissen des Blinkfüer Handdruckateliers zu blicken. Wie in den letzten Jahren auch schon, wird der Zeichner und Insektograf Hein Schmid dabei sein und vor Ort zeichnen und – ganz neu – von seinen Zeichnungen Linolschnitte anfertigen, während ich am Boston Tiegel drucke. https://derinsektograf.de/

Und aus gegebenem Anlass zeige ich euch noch meinen druckfrischen Kommentar zur aktuellen politischen Lage… Um mit dem jung verstorbenen Autor Wolfgang Borchert zu sprechen: „Dann gibt es nur eins! Sag NEIN!“

Karte: Handsatz, Handpressendruck auf 300g/m² Büttenpapier