Nach einem Zufallsfund auf dem Flohmarkt – eine alte Blechdose mit Buchstabenschablonen – begann ich, mehr aus Lust und Laune als aus einer konkreten Absicht heraus, Literaturzitate auf T-Shirts und andere Träger zu drucken.
Mit diesen Drucken bewarb ich mich für das auf sechs Wochen angelegte „Kunstkaufhaus“ im jetzigen Degginger Gebäude in der Regensburger Altstadt. „Kunstkaufhäuser“ waren Anfang der 2000er Jahre in ganz Deutschland ein Format, in dem niederschwellig für jeweils sechs Wochen Kunst in leerstehenden Gebäuden präsentiert wurde. Eine frühe Form der heute überall zu findenden PopUp Läden.
Am 24.10.2005 gründete ich dann im Rahmen des Regensburger Kunstkaufhauses (K2H) mein Handdruckkabel „Blinkfüer“. Nach den geplanten sechs Wochen ging’s mit Blinkfüer weiter, da ich völlig begeistert war von den traditionellen Drucktechniken und mehr darüber lernen wollte. Was im Vorübergehen begann und nur für kurze Zeit geplant war, wurde zu meiner Leidenschaft und zu meinem Beruf.
Schon Anfang 2006 bezog ich mein erstes angemietetes Atelier im Kuss Künstlerhaus, in dem sich – neben meinem Druckatelier im Dachgeschoss – auch noch ein Keramik-, Glas- und Malatelier befanden. Hier fing ich auch an, mich vermehrt mit dem Linoldruck und mit Papierarbeiten zu befassen. 
Vom „KUSS“ zog ich 2008 mit meinem Atelier weiter in ein verwunschenes Gartenhäuschen in Stadtamhof. Meine Arbeiten wurden in dieser Zeit von bis zu acht Regensburger Läden verkauft und ich bot sie auf verschiedenen Messen und Kunstmärkten an.

In dieser Zeit hatte ich auch einen Schaukasten im ehemaligen Gloria Kino, den ich jeden Monat neu gestaltete. Dieses legendäre Gebäude aus den 1950er Jahren steht nun leider schon seit Jahren leer. Ein Jammer!
Anfang 2010 mietete ich dann mein erstes Handdruckatelier im Regensburger Waaggässchen. Im hinteren Bereich der kleinen Räume richtete ich meine Werkstatt ein und im vorderen Teil den Verkaufsraum. In diese Zeit fällt auch der Ankauf meines ersten Boston Tiegels. Ein Meilenstein für mich, und der Textildruck wurde nun zunehmend von meinen Papierarbeiten abgelöst.
Meine Arbeiten jetzt selbst präsentieren und vor Ort verkaufen zu können, kam ebenfalls einem Quantensprung gleich.

Anfang 2016 zog ich weiter in die hellen und großzügigeren Räume eines Jugendstilgebäudes in der Oberen Bachgasse. Hier hatte ich drei Zimmer zur Verfügung: Das größte wurde zum Ausstellungs- und Verkaufsraum, das kleinste zu meiner Werkstatt und das mittelgroße mit seinem schönen Fischgrätparkett wurde durch meine Buchkinderkurse belebt.
Und nun, kurz vor meinem 20. Geburtstag, gab es nochmal eine große Veränderung: Zum September 2025 zog ich um in wunderschöne, historische Räume direkt im Zentrum der Regensburger Altstadt. Im oberen Bereich befindet sich meine Werkstatt, unten die Galerie. Ich bin so verliebt in dieses offene Zweigeschoss mit seinen mächtigen Kalksteinquadern aus der Römischen Legionslagermauer, der mittelalterlichen Kastendecke und dem wunderbaren Bullaugenfenster! Am liebsten würde ich dort direkt einziehen… Sogar eine Gemeinschafts-Dachterrasse gibt es! Wo ich bisher interessierten Besucher*innen meine Arbeit und die alten Handdruckpressen erklärte, kommen jetzt noch Erläuterungen zu mittelalterlicher Bauweise hinzu.
Ich fühle mich vom Glück geküsst und werde am 24.10.25 ab 17 Uhr eine kleine Feierei in meiner neuen Werkstattgalerie veranstalten. Kommt sehr gerne zum Anstoßen rum. Ich freu mich auf euch!

…so wie die allerersten Weihnachtskarten auch. Ich glaube, so früh war ich mit Weihnachten noch nie dran.


Und ab übermorgen kann ich mich dann auf meine neue Werkstattgalerie konzentrieren und mich dort ganz in Ruhe einrichten. Darauf freue ich mich schon sehr. Auch arbeitsfreie Sonntage kann ich kaum noch erwarten! Es wird höchste Zeit!
Neben den aufwändigen Renovierungsarbeiten im alten Laden – auch den heutigen Sonntag werden wir wieder mit Streichen und Lackieren verbringen – versuche ich, in meiner neuen Werkstatt zum Arbeiten zu kommen. Im Moment dreht sich grade alles um Pinguine.
Genießt die letzten Sommertage und lasst es euch gut gehen.




Aber im alten Laden ist noch so viel zu tun! Es ist ein eigenartiges Gefühl, die Räume, die zehn Jahre lang so belebt waren, jetzt so leer zu sehen. 

Dieser Artikel ist von 2006. Die Donaukiesel habe ich für KundInnen auch mit ihren Wunschtexten beschrieben und insbesondere bei den Gedenksteinen haben viele von ihnen mir ihre ganz persönlichen – oft sehr traurigen – Geschichten anvertraut. Dieses mir entgegen gebrachte Vertrauen hat mich sehr berührt und ich fühlte mich geehrt. Irgendwann merkte ich aber, das ich beginne, mich mit den Donaukieseln, den handbedruckten Textilien und den Papierarbeiten zu verzetteln. Es gab soviel mehr zu tun als ich zeitlich schaffen konnte und daher entschloss ich mich schon vor einer ganzen Weile, den Textildruck aufzugeben. Nun lasse ich auch die Donaukiesel ziehen um mich ganz auf den Handpressen- und den Linoldruck zu konzentrieren (ab und an werde ich aber schon noch den einen oder anderen Kiesel beschreiben – dafür habe ich sie einfach zu gern und meine Lieblingssteine sind ja auch mit umgezogen). Es war ein bewegender Moment für mich, sie nach all den Jahren der Donau zurück zu geben.

Auch wenn noch nicht alles seinen Platz gefunden hat und diverse Bilderleisten und Lampen noch darauf warten, installiert zu werden, so fühle ich mich doch pudelwohl in meinen neuen Räumen und genieße die vielen Sonnenflecken. Ab September werde ich dann wieder zu meinen regulären Öffnungszeiten für euch da sein.

Ich wusste vorher nur von wenigen, die ihre Hilfe fest zugesagt hatten. Darunter mein Mann und unser Sohn Emil, der extra aus München kam – so wie meine Freundin Elke und meine ehemalige Schülerpraktikantin Marlene auch! Es waren dann insgesamt 12 HelferInnen, von denen ich drei vorher gar nicht kannte. Das hat mich unglaublich gerührt und ich bin enorm dankbar für soviel Hilfe und Zugewandtheit!

Morgen werden die Pressen umziehen und ich hoffe inständig, dass alles gut geht. Im September möchte ich dann öffnen und freue ich mich schon sehr auf euch.
Mein wunderbares großes Bullaugenfenster (80cm) ist nun von seiner hässlichen Sichtschutzfolie befreit und gibt den Blick frei auf das Orphée (eine Regensburger Institution).
Und eins der Fenster trägt jetzt mein Logo.
Alles ist in Bewegung und nächste Woche Sonntag, 10.8., ist der Umzug. Helfende Hände sind dann natürlich liebend gern gesehen.