Kollege Schultze lässt grüßen und verkündet Winteröffnungszeiten

Wenn das Jahr noch ein junger Hüpfer ist und noch in der Wiege liegt, schaltet der Alltag einen Gang zurück. Dieses ruhige Dahinplätschern werde ich nutzen, um das Lager für meine Handdruckarbeiten wieder aufzufüllen. In den letzten trubeligen Monaten nach meinem Umzug ist es nun sehr ausgedünnt. Daher werde ich ab jetzt Winteröffnungszeiten haben: Der Mittwoch wird zum Werkstatttag erklärt und die Ladentür bleibt geschlossen. Öffnen werde ich nun Donnerstag und Freitag von 11 – 13 und von 14 – 18 Uhr. Am Samstag bin ich von 11 – 16 Uhr für euch da. Das ist alles mit Schultze besprochen und er hat meinen Plan abgesegnet (wahrscheinlich hofft er darauf, dass ich ihm nun endlich seinen Pool aufbaue).

Nachdem ich letzte Woche viel Briefpapier gedruckt habe……mache ich mich nun an die Linoldruckkarten. Ein neuer Linolschnitt ist auch in Arbeit.

Enorm winterliche Motive sind im Werden…

Beim Arbeiten werde ich von meinen Nachbarn genauestens beäugt… Eine Spatzen Großfamilie wohnt im Efeu an der alten Mauer gegenüber meines Fensters.

Am 19. Januar kommt Irena an, die Gastkünstlerin aus Zagreb, die ich während ihres Aufenthaltes in Regensburg begleiten werde. Ich bin schon ganz gespannt auf sie und ihre Arbeiten. Außerdem habe ich mich wieder für den  „Tag der Druckkunst“ am 14. März angemeldet. Und – zum ersten Mal – auch für die „Europäischen Tage des Kunsthandwerks“ vom 10. – 12. April. Also eigentlich ist es, trotz der ruhigen Jahreszeit, immer noch ganz schön trubelig.

staade Zeit

Die staade Zeit Anfang Januar genieße ich sehr! Nach dem Dezembertrubel gibt es jetzt Raum zum Innehalten und Durchschnaufen. So wichtig, um auf neue Ideen zu kommen und Kraft für das kommende Jahr zu sammeln.

Im letzten Monat konnte ich einige wunderschöne alte Buchdruckklischees erwerben, von denen zwei ganz besondere Schätze sind: Ein etwa 150 Jahre alter Heißluftballon aus England (wartet noch auf den ersten Andruck) und eine Fahrradfahrerin aus den 1920er Jahren. Es sind ungewöhnlich große Klischees und ich freue mich riesig über diese Neuzugänge!Die letzten Tage habe ich also Briefpapier für verschiedene Briefmappen gedruckt.

Der Liegestuhl wird noch um einen kurzen Text ergänzt. Das Klischee wurde wohl für Werbezwecke genutzt – der kleine Pfeil unten ist ein Hinweis darauf.

Ich bin so unglaublich dankbar und glücklich über meine wunderschöne neue Werkstatt, dass ich beim Drucken immer mal wieder Freudenhüpfer mache und eigentlich kann ich es immer noch kaum fassen, dass ich jetzt schon seit fast 6 Monaten hier „Zuhause“ bin!

Eine weitere Neuigkeit gibt es noch: Ich bin jetzt Kulturpatin des Regensburger Kulturamts. Seit September gibt es hier ein neues Format: Das RAiR – ein artist in residence Programm. KünstlerInnen aus Regensburger Partnerstädten können sich hier um einen ein- bis dreimonatigen Aufenthalt bewerben, um dann in Regensburg zu wohnen und zu arbeiten. Die für dieses Programm von der Stadt angemieteten Wohnungen sind wunderschön. Sie befinden sich in einer historischen Zinngießerei und sind zentral in der Altstadt gelegen. Ab Mitte Januar werde ich eine Künstlerin aus Zagreb begleiten, ihr Regensburg zeigen, mit ihr auf Vernissagen gehen und vielleicht sogar ein kleines gemeinsames Projekt entwickeln. Wer weiß, ich bin gespannt auf unseren Austausch!

Foto: Stefan Effenhauser, Stadt Regensburg

Auf die Neuanfänge!

Einen guten Start in das neue Jahr wünsche ich uns allen. Möge es angefüllt sein mit zahlreichen Freudenhüpfern, zauberhaften Begegnungen, schönen Überraschungen, Mut und Muße und viel gemeinsamer Zeit mit Menschen, die uns lieb und teuer sind, an Orten, die uns Kraft und Energie schenken (für mich ist das ganz eindeutig das Meer).Dieses Winterphoto haben wir schon vor Jahren aufgenommen – noch vor der Renovierung der Steinernen Brücke – und wundersamerweise trugen die Domspitzen gerade mal kein Gerüst (und Schnee hatten wir auch). Die Rote mit dem Pilzschirm bin übrigens ich. Dieses Motiv gehört zu meinen Lieblings Photokarten und es freut mich, dass es euch offenbar genauso gut gefällt.Ein Hoch also auf die Neuanfänge! Dass das Gute bleibt und das andere gut wird! Sláinte!Und diese Photo muss einfach noch sein! Gestern haben mich Siri (mein erstes Buchkind) und die kleine Bertha besucht – ich will auch so eine zuckersüße kleine Kuschel-Bertha! Unbedingt! Dringend!! Subito!!! So ein Mist, dass  Weihnachten schon vorbei ist! Aber nächstes Jahr dann!

Die besten Geschenke

Schön langsam wird’s ruhiger im Blinkfüer. Manchmal kann ich jetzt einfach kurz in meinem gemütlichen orangen Sessel sitzen und aus dem Fenster auf mein Gässchen schauen.

Unsere Söhne sind zu Besuch und das ist immer die schönste Freude! Ganz nach dem Motto: Die besten Geschenke sitzen am Tisch und liegen nicht unterm Baum (na, hoffentlich auch am Ende eines langen, fröhlichen Abends nicht…).

Euch allen wünsche ich ein wunderbar entspanntes, frohes und friedliches Weihnachtsfest mit Menschen, die ihr lieb habt. Ich sage euch Danke für eure Treue – schon über so viele Jahre hinweg – und für euer anhaltendes Interesse an meiner Arbeit. Auch danke ich euch fürs Lesen meiner kleinen Werkstattgeschichten. Lasst es euch gut gehen und habt eine schöne Zeit!

Frühstück!

Die Tage in der Werkstattgalerie sind jetzt sehr turbulent. Viele Passanten kommen rein, schauen sich meine Drucke an und sind ganz interessiert an den historischen Pressen, den Druckvorgängen und den schönen Schriftenschränken. So ergeben sich immer wieder angeregte Gespräche auch mit anderen HandwerkerInnen und KünstlerInnen. Gestern z.B. waren vier TöpferInnen aus Thüringen da, vor ein paar Tagen eine Holzbildhauerin und eine Kalligrafin. Und überdies bekomme ich wunderbaren Besuch von so spannenden wie lieben Menschen aus allen Teilen Deutschlands aber auch aus Österreich, Spanien, Schottland und Frankreich. Die Tage sind angefüllt mit Geschichten, Austausch und quirliger Lebensfreude.

Heute aber, heute ist ein Schlafanzugtag! Keine Termine, keine Werkstatt, kein gar nix, einfach nur Faulsein – wunderbar! Ich hoffe, ihr könnt an diesem Sonntag auch das süße Nichtstun genießen. Und jetzt: Frühstück!

Endlich!

Jetzt hat es doch eine geraume Weile gedauert, bis ich vom Denkmalamt die Genehmigung für meine beiden Ladenschilder bekommen habe. Da sich meine Werkstattgalerie in direkter Nähe zum Alten Rathaus und damit im Herzen des denkmalgeschützten Regensburger Altstadtensembles befindet, gibt es viele Auflagen und die Genehmigung war keinesfalls selbstverständlich, zumal das Schild, das in der Unteren Bachgasse vor dem Eingang meiner Passage auf Blinkfüer hinweist, nicht direkt über meiner „Produktionsstätte“ angebracht ist. Aber jetzt ist es geschafft und endlich hängen sie, meine beiden handbedruckten „Nasenschilder“ (so wird diese Art Werbeausleger genannt).

Das wunderbare Kulturjournal Regensburg hat in seiner Dezember/Januar Ausgabe mit einem sehr schönen Text auf meine Werkstattgalerie hingewiesen. Herzlichen Dank dafür!

Und ansonsten heißt es drucken, drucken, drucken was das Zeug hält und ich freue mich jeden Tag darüber, so einen wunderschönen Arbeitsplatz zu haben, der überdies auch noch so schön warm ist – ein ganz ungewohnter Luxus für mich. Über eure so zahlreichen Besuche freue ich mich übrigens mindestens genauso sehr!

Preview

Heute Abend gibt es eine kleine Preview des Animationsfilms „Liquid Scramble“ in meiner Werkstattgalerie. Der Film dauert ca. 30 Minuten und ist die Pilotfolge einer auf sechs Folgen angelegten Serie. Gestern Abend wurde aufgebaut und heute um 19 Uhr geht’s los. Ich bin so gespannt und es ist ganz wunderbar, die freudige Aufregung des jungen Filmemachers Richard Walther mit zu erleben! Siri, die ich kenne seit sie drei Jahre alt und eines meiner allerersten Buchkinder war,  kommt immer mal wieder vorbei, um mir zu helfen. Zuckersüß von ihr! Gestern hat sie mit einem großen Fensterbild begonnen. Wir sind beide sehr begeistert vom Ergebnis. Die restlichen Motive werden im Laufe der nächsten Woche gemalt.

Licht und Nebel

Die Weihnachtsdruckerei ist in vollem Gange und ein neues kleines Projekt macht sich auf den Weg: Da es häufig zu spontanen Treffen kulturinteressierter und kulturschaffender Menschen in meiner Werkstatt kommt und diese Treffen immer zu regen und sehr interessanten Gesprächen führen, habe ich mir überlegt, einen kleinen Kulturstammtisch ins Leben zu rufen. Jeden ersten Montag im Monat gibt es jetzt ein offenes Treffen in meiner Werkstatt. Ich bin gespannt, was sich daraus so alles entwickelt…Und jeden Abend, nachdem ich die Tür zu meiner Werkstattgalerie abgeschlossen habe, freue ich mich an den schönen warmen Lichtern in den Fenstern der Häuser zu beiden Enden meiner kleinen Passage. Heimelig!Habt alle einen schönen Sonntag, hier in Regensburg hat sich der übliche Novembernebel eingenistet.

Licht, Luft und Sonne

Heute gibt es einen kleinen Ausflug in die Vergangenheit: Seit ich im August in meine neuen Räume in der Passage zwischen Unterer Bachgasse und Vor der Grieb/Haidplatz gezogen bin, lässt mich die Frage nicht los, wie es dort wohl vor der Sanierung durch die Stadtbau GmbH ausgesehen haben mag. Nachdem ich in sämtlichen gängigen Nachschlagewerken gesucht habe und leider nicht fündig wurde, kam ich auf die Idee, einen Fachmann zu fragen. Anfang der Woche schrieb ich also dem Leiter der hiesigen Denkmalbehörde und bat ihn um Hilfe. Und schon am nächsten Tag erhielt ich seine Antwort. Leider gibt es auch beim Denkmalamt kaum etwas über den Zustand der Passage vor der Renovierung Ende der achtziger Jahre. Aber immerhin einen alten Zeitungsausschnitt vom August 1989 habe ich bekommen. Ende der achtziger Jahre war Altstadtsanierung noch recht neu und mich begeistert das damalige Motto „Licht, Luft und Sonne“! So etwa wurde für alle Mieter in diesem sozialen Wohnungsbau eine Gemeinschaftsdachterrasse eingerichtet, die sich direkt über meiner Werkstatt befindet. Während die oberen Photos die Passage mit meiner Werkstattgalerie aus Richtung der Unteren Bachgasse zeigen, so zeigen die unteren Bilder den Zugang der Passage vom Haidplatz aus. Dieses Gebäude war ursprünglich das Rückgebäude.

Im Vorderhaus, welches zur Unteren Bachgasse gehört, wurden bei den Sanierungsarbeiten im 1. Stock Barockmalereien sowie eine gotische Bohlenstube entdeckt. Diese Wohneinheit wurde daher zu einer Ladeneinheit umgewidmet, um so die historischen Besonderheiten einem breiteren Publikum zugängig zu machen. https://www.regensburg.de/welterbe/welterbe-regensburg/1000-denkmaeler

Dieser Ansatz begeistert mich regelrecht, so wie es mich auf der anderen Seite traurig macht, dass immer mehr historische Ladeneinheiten zu Coworking Spaces werden. Die Mieter dieser Räumlichkeiten verkleben die Schaufenster häufig mit blickdichter Folie, um in Ruhe arbeiten zu können und so verschließt sich dann der Blick auf Kreuzgewölbe, mächtige Steinsäulen und Malereien. Welch ein Jammer! Die Stadt kann auf diese Entwicklung nur bei den Gebäuden reagieren, die ihr selbst gehören. Mit ihrem damaligen Ansatz, bezahlbaren Wohnraum für alle zu schaffen, wurde verhindert, dass Wohnen in der Altstadt flächendeckend zu einer Luxusangelegenheit wurde.

With a little help from my friends!

Von guten Freunden, meinem Mann Henning und unserem Sohn Emil hatte ich ja schon beim Umzug so viel Hilfe, dass ich ganz gerührt war! Zu meinem 20jährigen Blinkfüer Geburtstag hat mir dann Rainer von der Palletti Bar mit einem Riesenkühlschrank und diversen guten Getränken enorm geholfen, die Feier zu organisieren. Und diese Woche hat mir der Franz mit viel Mühe stundenlang Lampen für die Werkstatt verlegt – das war u.a. deshalb problematisch, weil nicht in die schöne mittelalterliche Kastendecke gebohrt werden darf (völlig zurecht natürlich). Für soviel Zugewandtheit und Freundlichkeit bin ich enorm dankbar! Was täte ich ohne euch!

Zwischen den verschiedenen Baustellen in meiner Werkstattgalerie arbeite ich an einem neuen Linolschnitt und den wunderschönen Sternenhimmel (13×13 cm) habe ich auch wieder gedruckt. So langsam kehrt also Ruhe ein in meine neuen Räume, zumindest, bis dann der Weihnachtstrubel losgeht.Einen wunderbaren ersten Novembersonntag wünsche ich euch! Wir fahren jetzt nach München und feiern den Geburtstag unseres Sohnes. Hipphipphurra und hoch soll er leben!👇🏻